Coronavirus

Bundesrat geht im Schutz der Bevölkerung einen Schritt weiter

6. März 2020, 17:43 Uhr
Gesundheitsminister Alain Berset informiert über die neusten Massnahmen.(Archivbild)
© Keystone
Die Aufmerksamkeit gilt fortan vor allem dem Schutz besonders gefährdeter Personen. Besuche in Spitälern und Pflegeheimen sollten vermieden werden.

(gb.) Bundesrat Alain Berset und Daniel Koch, der Leiter übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit, haben am Freitag die neuen Empfehlungen zur Eindämmung des Corona-Virus vorgestellt. Zu den bisherigen werden verstärkte Massnahmen zum Schutz der Personen mit erhöhtem Risiko vorgeschlagen. Dazu gehören Menschen ab 65 Jahren und Personen mit einem geschwächten Immunsystem.

Besuche in Spitälern und Altersheimen vermeiden

Die Anzahl diagnostizierter Fälle ist laut Koch in der Schweiz auf 181 bestätigte und 29 unbestätigte Fälle angestiegen. Dabei könne man beobachten, dass immer mehr ältere Personen angesteckt werden.

Der Bundesrat empfiehlt daher neu, Besuche in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen zu vermeiden. Gefährdete Personen sollen zudem unnötige menschliche Kontakte vermeiden. Einkäufe sollten zum Beispiel zu Randzeiten gemacht werden oder nach Hause geliefert werden. Öffentliche Veranstaltungen sowie auch private und geschäftliche Treffen sollten ebenfalls vermieden werden.

In die gleiche Richtung geht der Appell von Daniel Koch an die Bevölkerung, am Wochenende nicht unnötigerweise Notfallstationen aufzusuchen. Wer nur leichte Symptome habe, soll zu Hause bleiben, damit die Ressourcen in den Spitälern für die wirklich ernsten Fälle gebraucht werden können.

Jetzt kommt auch die Armee zum Einsatz

Der Bundesrat hat des weiteren entschieden, dass der Assistenzdienst der Armee ab sofort Fahrzeuge und Ambulanzen sowie entsprechendes Personal zur Verfügung stellt. Maximal können laut Berset 800 Personen aufgeboten werden, vorerst für eine Zeitdauer von drei Wochen. Danach müsste das Parlament einen weiteren Einsatz bewilligen. Der Entscheid gehe auf eine entsprechende Anfrage aus dem Kanton Tessin zurück.

Zudem stellt er 5 Millionen Franken für die Forschung nach einem Impfstoff zur Verfügung. Das Rote Kreuz erhält 4 Millionen.

Zu den Massnahmen im Falle von wirtschaftlichen Ausfällen sagte Bundesrat Berset, man sei sich den negativen Konsequenzen des Veranstaltungsverbots bewusst. Über eine Verlängerung des Verbots wolle der Bundesrat nächste Woche entscheiden.

Bisherige Empfehlungen bleiben bestehen

Bundesrat Berset und Daniel Koch riefen auch die bisherigen Empfehlungen in Erinnerung: Hände gut und regelmässig waschen, in die Armbeuge oder ein Taschentuch niesen und husten, bei Symptomen zu Hause bleiben und telefonisch ärztliche Beratung suchen. Seit Donnerstag rät der der Bundesrat auch zum sogenannten «Social Distancing». Enger Kontakt mit Menschen im öffentlichen Raum soll vermieden werden, etwa beim Warten auf den Bus oder beim Pendeln zu Stosszeiten.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 6. März 2020 15:28
aktualisiert: 6. März 2020 17:43