«Einschneidender Verlust»

Coop kündigt Sponsoringverträge mit Swiss Paralympic

Fabienne Engbers, 20. November 2019, 15:57 Uhr
Swiss Paralympic muss auf die Sponsoringbeiträge von Coop verzichten. (Archiv)
© Keystone/Valentin Flauraud
Nach 18 Jahren Partnerschaft beendet Coop seine Sponsoringbeziehungen zu Swiss Paralympic. Für den Behindertensport ist das ein einschneidender finanzieller Verlust, wie die Generalsekretärin von Swiss Paralympic sagt.

Seit 2002 ist Coop Sponsor bei Swiss Paralympic, nun hinterlässt einer der Hauptsponsoren eine grosse Lücke. Grund für das Ende der Sponsoringaktivitäten ist die Neuausrichtung von Coop im Bereich Sponsoring, welche alle vier Jahre stattfindet.

Coop will konsequent Anlässe sponsern

Während einige Sponsoringaktivitäten weitergeführt oder neu aufgebaut werden, werden andere langjährige Partnerschaften beendet. Bereits seit Längerem fokussiert sich der Schweizer Detailhändler auf das Sponsoring von punktuellen Anlässen anstelle von grundsätzlichen Vereinssponsorings. Dies soll auch in Zukunft hochgehalten werden, wie Coop auf Anfrage sagt.

Nebst Swiss Paralympic betrifft dies auch den Thurgauer Turnverband, wie im Verbandsblättli «Splitter» mitgeteilt wird. Man bedauere den Entscheid, habe sich zu persönlichen Besprechungen mit einem der bisherigen Hauptsponsoren getroffen. Wie es für den Thurgauer Turnsport finanziell weitergehen soll, will Präsident Philipp Schwager vor der Abgeordnetenversammlung nicht sagen.

«Es entsteht eine grosse Lücke»

Bei Swiss Paralympic ist klar: Durch den Wegfall von Coop als Sponsor entsteht ein grosser Verlust. «Wir haben die Sponsoringbeiträge von Coop vor allem für den Radsport verwendet, wo wir die Athletinnen und Athleten mit dem Geld an Europa- und Weltmeisterschaften schicken konnten. Hier gibt es eine grosse Lücke», sagt Conchita Jäger, Generalsekretärin von Swiss Paralympic.

Sponsorensuche läuft harzig

Deshalb ist Swiss Paralympic nun auf der Suche nach neuen Geldgebern. Diese gestaltet sich bislang aber schwierig. «Es ist viel Konkurrenz da. Manchmal frage ich mich, wo die Firmen ihren Fokus legen und vielleicht ist momentan ein soziales Engagement einfach nicht attraktiv. Woran das liegt, weiss ich aber auch nicht», sagt Jäger.

Dies, obwohl die Generalsekretärin davon überzeugt ist, dass ein Sponsoring im Behindertensport attraktiv ist. «Für Unternehmen kann es sehr spannend sein, sich im Behindertensport zu engagieren, da man hier nebst einem sportlichen auch ein soziales Engagement wahrnimmt.»

Behindertensport wird immer teurer

Nebst dem Wegfall von Coop als Sponsor muss Swiss Paralympic mit steigenden Kosten umgehen. «Der Sport ist in den letzen Jahren stark gewachsen und wurde professionalisiert. Das ist für den Sport zwar sehr schön, stellt finanziell aber eine grosse Herausforderung dar», sagt Conchita Jäger.

Mit dem Wegfall eines Sponsoringbeitrags muss der Verband nun auf sein finanzielles Polster zurückgreifen, solange noch kein neuer Sponsor da ist. Zu sparen, wäre laut Jäger der falsche Weg. «Wir sparen bereits, wo es geht und sind sehr schlank aufgestellt. Im Sport wollen wir aber auf keinen Fall sparen.»

Erfolg gibt dem Sport Auftrieb

Die Hoffnung, noch rechtzeitig einen Sponsor zu finden, hat Conchita Jäger noch nicht aufgegeben. Dies auch deshalb, weil die Schweizer Rollstuhlsportler und -sportlerinnen momentan sehr erfolgreich sind.

Mit fünf Medaillen an der Para-Leichtathletik-WM in Dubai haben vor allem die beiden Thurgauer Marcel Hug und Catherine Debrunner gezeigt, dass die Schweiz im Behindertensport eine führende Nation ist.

«Wir haben sehr gute Athleten, die Unterstützung brauchen, und es wäre wahnsinnig schön, wenn sie Unterstützung erhalten», sagt Jäger.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. November 2019 13:00
aktualisiert: 20. November 2019 15:57