Schweiz

Corrado Pardini wird Post-Verwaltungsrat

8. Juni 2020, 17:46 Uhr
Der abgewählte Berner SP-Nationalrat und Gewerkschafter Corrado Pardini macht sich selbstständig und wird Post-Verwaltungsrat.
© Peter Klaunzer / Keystone
Corrado Pardini ist am Montag neu in den Verwaltungsrat der Post gewählt worden. Zeitgleich gibt die Unia bekannt, dass der abgewählte Berner Nationalrat von allen Ämtern bei der Gewerkschaft zurücktritt.

(sat) Pardini folgt laut einer Mitteilung der Post auf den Mitte Februar verstorbenen Michel Gobet. Wie die Post weiter mitteilt, ist ihr oberstes Leitungsgremium damit wieder mit zwei Personalvertretern vollständig besetzt. Die Wahl sei auf Vorschlag der Gewerkschaft Syndicom erfolgt. Zudem habe die Post mit Pardini eine «gut vernetzte Persönlichkeit mit ausgewiesener Erfahrung» als neuen Personalvertreter gewinnen können.

Zeitgleich teilt die Gewerkschaft Unia am Montag mit, dass Corrado Pardini der Geschäftsleitung auf Ende Juli seinen Rücktritt aus der Geschäftsleitung sowie allen übrigen Gremien der Gewerkschaft mitgeteilt habe. Pardini habe sich entschlossen, am nächsten ordentlichen Unia-Kongress nicht mehr zu kandidieren und statt dessen eine neue Herausforderung anzugehen und sich beruflich selbständig zu machen. Pardini hat laut Unia 33 Jahren in den Diensten der Gewerkschaft gestanden.

«Wunschkandidat» der Mediengewerkschaft

In einer Mitteilung begrüsst die Gewerkschaft Syndicom am Montag die Wahl Pardinis in den Post-Verwaltungsrat. Ihr «Wunschkandidat» werde damit die Anliegen des Personals künftig in der Leitung des Postkonzerns vertreten. Der Wahlvorschlag sei auf Antrag der Präsidien der Syndicom-Firmenvorstände der Post erfolgt. Diese hätten ihn als «geeignetsten Kandidaten aus einer Shortlist nominiert», schreibt Syndicom. Überdies sei Corrado Pardini ein langjähriges Mitglied der Mediengewerkschaft. In der Geschäftsleitung von Syndicom sitzt mit Giorgio Pardini der Bruder des neu gewählten Post-Verwaltungsrates.

Der 54-jährige Gewerkschafter und SP-Politiker Corrado Pardini war im vergangenen Herbst bei den Erneuerungswahlen im Kanton Bern abgewählt worden. Er war seit 2011 Nationalrat. Pardini ist als Kind von italienischen Einwanderern in der Stadt Bern aufgewachsen und wohnt heute mit seiner Familie in Lyss.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 8. Juni 2020 17:36
aktualisiert: 8. Juni 2020 17:46