Wirtschaft

Credit Suisse schliesst jede sechste Filiale

30. Juli 2020, 12:43 Uhr
Die Credit Suisse will umstrukturieren und jährlich 400 Millionen Franken einsparen.
© Keystone
Die Credit Suisse will sparen: Sie schliesst 20 der 120 Filialen in der Schweiz. Gleichzeitig erzielte die Bank im ersten Halbjahr 2020 trotz Coronakrise den höchsten Gewinn der letzten zehn Jahre.

(agl) Die Credit Suisse kündigte am Donnerstag verschiedene Initiativen an, mit denen die Grossbank künftig weiter wachsen will. So sollen die Bereiche Global Markets, Investment Banking & Capital Markets sowie APAC Markets zu einer weltweit tätigen Investment Bank zusammengeführt werden. Ebenfalls zusammengeführt werden die Bereiche International Trading Solutions und APAC Solutions.

Auch die Bereiche Risk und Compliance, die sich um die Kontrolle der regulatorischen Rahmenbedingungen kümmern, werden vereint. Insgesamt will die Bank ab 2022 so jährlich 400 Millionen Franken einsparen. Zuletzt haben sich die Anzeichen verdichtet, dass bei der Credit Suisse bald verschiedene Sparten zusammengelegt und damit auch Stellen abgebaut werden. Wie viele Stellen den Umstrukturierungen zum Opfer fallen werden, wird aus der Mitteilung vom Donnerstag derweil noch nicht klar.

Der Umbau betrifft nicht nur die internen Strukturen der Bank: An einer Telefonkonferenz mit den Medien sagte Thomas Gottstein, die CS werde 20 der 120 ihrer Filialen in der Schweiz schliessen – jede sechste also. Dies berichtet zunächst der Blick, eine Sprecherin der CS bestätigte danach die Aussage Gottsteins gegenüber CH Media.

Reingewinn von 2,5 Milliarden

Weiter kündigte die Bank an, ihre Nachhaltigkeitsstrategie vorantreiben zu wollen und ein führender Anbieter in dem Bereich zu werden. Angestrebt werden gemäss der Mitteilung die Bereitstellung von mindestens 300 Milliarden Franken an nachhaltiger Finanzierung in den nächsten zehn Jahren.

Credit Suisse teilte am Donnerstag auch die ersten Halbjahreszahlen des laufenden Jahres mit. Die Bank verzeichnet trotz der weltweiten Coronapandemie den höchsten Gewinn der letzten zehn Jahre. Der Reingewinn steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 47 Prozent auf 2,5 Milliarden Franken. Der Nettoertrag stieg dabei um 9 Prozent auf 12 Milliarden Franken.

Ende Juni verwaltete die Grossbank insgesamt 1,4 Billionen Franken an Vermögen. Im zweiten Quartal kamen Neugelder im Wert von 9,8 Milliarden dazu, im ersten Quartal waren es 5,8 Milliarden. Der Verwaltungsrat plant angesichts des guten Ergebnisses, die zweite Hälfte des Dividendenbetrags für das Geschäftsjahr 2019 an die Aktionäre auszuschütten.

Bereits im ersten Quartal meldete die Credit Suisse eine Steigerung des Nettoertrags um 7 Prozent und damit das beste Quartalsergebnis der letzten fünf Jahre. Der Vorsteuergewinn stieg um 13, der Reingewinn gar um 75 Prozent auf 1,3 Milliarden an.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 30. Juli 2020 12:04
aktualisiert: 30. Juli 2020 12:43