Drohender Absturz

CVP will auf Bezug zu christlichen Werten verzichten

28. Juni 2020, 07:48 Uhr
Gerhard Pfister will sich vom katholischen Erbe der CVP verabschieden.
© Keystone
Die CVP befürchtet, bei Wahlen unter die 10-Prozent-Marke zu fallen. Um dem entgegenzuwirken, will sie ihren Namen ändern. Eine «Öffnungsstrategie mit Namenswechsel» soll bis im Herbst vorliegen.

Die Bezeichnung «christlich» sei ein Handicap, wird Parteipräsident Gerhard Pfister in der Sonntagszeitung zitiert. Dem Blatt liegt eine parteiinterne Studie vor. Diese kommt zum Schluss, dass 79 Prozent der Wähler «einen Namen, der Bezug auf christliche Werte nimmt», nicht attraktiv finden. Auch in der Basis will man vom religiösen Stallgeruch der einstigen «Konservativ-Christlichsozialen Volkspartei» wegkommen. 53 Prozent der CVP-Mitglieder sehen den jetzigen Namen gemäss der von der Sonntagszeitung zitierten Studie als «schlechteste Variante.»

Gemäss Lukas Golder vom Forschungsinstitut GFS, das die Studie durchgeführt hat, droht der CVP der Fall unter die 10-Prozent-Marke. Gerhard Pfister sagt: «Ein Aufbruch wäre für uns unter dem Begriff Mitte denkbar.» Laut Studie würden allerdings nur 42 Prozent der Stimmberechtigten die CVP eher wählen, wenn sie «Mitte» heissen würde. Bis zum Herbst will Gerhard Pfister der Basis nun eine «Öffnungsstrategie mit einem Namenswechsel» vorlegen.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 28. Juni 2020 07:34
aktualisiert: 28. Juni 2020 07:48