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Point de Presse

«Das Infektionsgeschehen ist derzeit in der Zentral- und Ostschweiz am grössten»

19. Oktober 2021, 17:42 Uhr
Die Expertinnen und Experten des Bundes haben am Dienstagnachmittag über die neuesten Entwicklungen in der Coronapandemie informiert. Das wichtigste der Pressekonferenz kannst du in unserer Zusammenfassung nachlesen.
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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

«Die Lage kann als relativ gut eingestuft werden, allerdings trüben ein paar dunkle Wolken den Horizont.», sagt Patrick Mathys an Medienkonferenz vom Dienstag. Wegen des schlechten Wetters verweilen wieder mehr Personen in Innenräumen. Dazu kommt, dass die Schulen wieder ihren Unterricht aufgenommen haben und die Impfgeschwindigkeit aktuell nicht ausreichen würde. Deshalb stufen die Experten des Bundes die epidemiologische Lage noch immer als ungünstig ein.

Trendwende in vereinzelten Kantonen

«In vielen Kantonen hat eine Trendwende stattgefunden und die Fallzahlen steigen wieder», sagt Mathys. National ist noch keine Auswirkung erkennbar, denn bevölkerungsstarke Kantone wie Zürich haben noch immer sinkende Zahlen. Untersuchungen des Abwassers zeigten jedoch wieder einen Anstieg der Infektionen. «Das Infektionsgeschehen ist derzeit in der Zentral- und Ostschweiz am grössten», so Mathys.

Eine Journalistin sprach Patrick Mathys auf die Normalisierungsphase an, welche der Bund einmal angekündigt hatte. Mathys verwies auf die epidemiologische Lage, welche noch immer ungünstig sei. Deshalb könne man derzeit nicht mit weiteren Öffnungsschritten rechnen. «Es sind noch zu viele Menschen empfänglich für das Virus», so Mathys. Er betonte erneut, dass eine steigende Impfquote zu mehr Freiheiten führen würde.

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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Falschinformationen stoppen

Rudolf Hauri wollte mit den Falschinformationen aufräumen. «Covid-19 ist keine Krankheit der Hochbetagten», sagte der Kantonsarzt. Es seien alle Altersgruppen betroffen. Auch mache eine Impfung nicht unfruchtbar, eine Erkrankung an Covid-19 könne jedoch zu einer Totgeburt führen. Genauere Informationen erhalte man durch Fachleute wie Hausärzte, Apotheken oder Beratungsstellen.

Über 10'000 Tests am Tag weniger

Dass die Tests nicht mehr kostenlos sind, bleibt nicht ohne Auswirkungen. So werden anstelle von 35'000 Tests pro Tag nur noch 24'000 Tests durchgeführt. Trotzdem hätte man einen guten Überblick über die Lage, da auch das Abwasser kontrolliert würde, so Patrick Mathys.

Rudolf Hauri übte Kritik an den Testzentren aus. Besonders nasale Abstriche lösen Diskussionen aus. Die Kantone müssten aktiver werden und Testzentren kontrollieren und die Tests analysieren. Wie Rudolf Hauri sagte, könne es nicht sein, dass mit dem Zertifikat nach dem Test ein Schutz vorgegaukelt wird.

Wann kommt die Booster-Impfung? 

Noch immer sei man in den Abklärungen für die Booster-Impfung, weshalb auch am Dienstagnachmittag kein genaues Datum genannt wurde. Wie Mathys jedoch sagt, stehe immungeschwächten Personen schon jetzt eine Booster-Impfung für zur Verfügung.

Zertifikatspflicht in den Skigebieten: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Die Experten des Bundes waren über das Vorpreschen der Bergbahnen bei der Zertifikatspflicht überrascht. «Der Bundesrat wird entscheiden, ob in den Bergbahnen eine Zertifikatspflicht kommt oder nicht», sagte Mathys am Dienstagnachmittag. Gemäss Milo Puhan, Direktor des Instituts für Epidemiologie an der Universität Zürich, wäre das Weglassen der Zertifikatspflicht aktuell wohl vertretbar. Würde sich die Lage jedoch wieder verändern, so wäre es wohl nicht mehr so.

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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Die Bergbahnen krebsen indessen wieder zurück. Gegenüber «Nau.ch» präzisiert Benedicta Aregger, Vizedirektorin vom Verband Seilbahnen Schweiz: «Wir möchten festhalten, dass der Seilbahnverband zu keinem Zeitpunkt etwas beschlossen hat.» Man habe lediglich zum Stand der Gespräche anlässlich der Generalversammlung informiert.

Long-Covid-Studien 

Seit dem März 2020 wurde am Uni-Spital Genf eine Sprechstunde für Long-Covid-Patienten ins Leben gerufen. Schon über 1000 Personen haben diese in Anspruch genommen, wie Mayssam Nehme vom Unispital Genf sagte. Auch wurde eine Studie mit 4000 Betroffenen gemacht, wie Milo Puhan von der Universität Zürich mitteilte. Viele Betroffene beklagten Erschöpfung und Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, welche länger andauern würden. Ziel der verschiedenen Studien und der Sprechstunde ist mehr über Long-Covid herauszufinden. Am Uni-Spital Genf wird derzeit versucht, mit Betroffenen eine Reha durchzuführen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. Oktober 2021 16:58
aktualisiert: 19. Oktober 2021 17:42