Schweiz

Das Pflegefachpersonal bekräftigt mit einer Studie die Forderung nach mehr Personal

8. Februar 2020, 09:13 Uhr
In einer Studie untersuchte der Verband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner den Einfluss der Qualifikation auf Liegedauer und Kosten.
© Keystone
Mehr qualifiziertes Pflegepersonal sei gleichbedeutend mit weniger Kosten und mehr Patientensicherheit. Dies liest der Berufsverband des Pflegepersonals aus Daten des Bundesamts für Statistik.

(wap) «Wir haben es schwarz auf weiss: Investitionen in Pflegefachpersonal sparen Geld in Millionenhöhe und retten Hunderte Leben, » sagt Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner. Dieser hat eine Studie in Auftrag gegeben, die Daten des Bundesamts für Statistik analysiert. Das Resultat: Allein in Akutspitälern liesse sich mit mehr qualifiziertem Personal 357 Millionen Franken pro Jahr sparen und 243 Todesfälle vermeiden.

Ausgewertet wurden Daten von 135 Spitälern und mehr als 1,2 Millionen Patienten. Die Analyse zeigt: Je weniger Stunden von qualifiziertem Personal geleistet werden, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass es zu unerwünschten Ereignissen kommt. Haben weniger als drei Viertel der Pflegenden ein Diplom, steigt das Sterberisiko um zwei Prozent. Das entspricht 243 Todesfällen pro Jahr.

Einen Einfluss hat die Qualifikation auch auf die Dauer von Spitalaufenthalten. Je mehr qualifiziertes Personal zur Verfügung steht, desto schneller können die Patienten wieder nach Hause. 357 Millionen Franken pro Jahr könnte man einsparen, wenn mehr qualifiziertes Personal zur Verfügung stände, haben die Autoren der Studie errechnet.

Dazu kommt die Situation in den Pflegeheimen: 42 Prozent der Spitaleinweisungen aus Pflegeheimen wären vermeidbar, wenn in den Heimen genug Pflegepersonal anwesend wäre. Kostenpunkt pro Jahr: 100 Millionen Franken.

Die Folgerung des Verbands ist klar und überrascht wenig: «Man erhöhe den Anteil der diplomierten Pflegefachpersonen in den Spitälern auf 80 Prozent. Damit steigt zwar die Lohnsumme um einige Millionen Franken, man spart so aber 357 Millionen ein», sagt Ribi: «Es lohnt sich finanziell, in die Qualifikation des Pflegepersonals zu investieren.»

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 8. Februar 2020 09:10
aktualisiert: 8. Februar 2020 09:13