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Schweiz

Der Bundesrat will im Uno-Sicherheitsrat selber entscheiden können

10. November 2021, 10:33 Uhr
Wird die Schweiz für die Jahre 2023 und 2024 in den Uno-Sicherheitsrat gewählt, so will der Bundesrat in politisch wichtigen Fragen selber entscheiden. Es sollen keine neuen Gremien geschaffen werden für die Beschlussfassung während der Zeit im Sicherheitsrat.
Hier möchte die Schweiz in den Jahren 2023 und 2024 mitbestimmen können: Der Uno-Sicherheitsrat in New York. (Archiv)
© Keystone/XinHua/EVAN SCHNEIDER/UN PHOTO

Die Schweiz kandidiert für einen Sitz als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für den Zeitraum 2023/24. Als Teil der Vorbereitungen hat der Bundesrat am Mittwoch die Koordination der Beschlussfassung während dieser Zeit festgelegt.

Der Bundesrat will dabei für Beschlüsse in dem Gremium das Heft in der Hand behalten und selber entscheiden. Es sollen in der Schweiz keine neuen Gremien geschaffen werden, sondern die bewährten Konsultations- und Entscheidmechanismen zur Anwendung kommen. Der Bundesrat begründet seinen Entscheid mit den häufig kurzen Fristen bei Geschäften des Sicherheitsrats.

Testlauf in einem Jahr

Politisch wichtige Fragen sind etwa solche von hoher innen- oder aussenpolitischer Tragweite oder wenn der Sicherheitsrat ein neues Sanktionsregime verabschiedet. Der Bundesrat würde auch entscheiden, wenn Departemente unterschiedliche Standpunkte vertreten, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die nun festgelegten Koordinations- und Entscheidmechanismen werden im Herbst 2022 getestet: Im Falle einer erfolgreichen Wahl werde die Schweiz drei Monate vor Einsitz als Beobachterin an allen Sitzungen des Sicherheitsrats teilnehmen können. Während des Einsitzes sollen das Parlament, die Medien und die Öffentlichkeit regelmässig zu den Aktivitäten der Schweiz im Sicherheitsrat informiert werden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. November 2021 10:30
aktualisiert: 10. November 2021 10:33