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Point de Presse

Die Belegung der Intensivbetten steigt: «Lassen Sie sich impfen»

31. August 2021, 15:55 Uhr
Laut Virginie Masserey vom BAG ist vor allem die Lage in den Spitälern angespannt. Das Fachpersonal fehlt und die operativen Eingriffe müssten jetzt schon verschoben werden. Hier die wichtigsten Punkte der Medienkonferenz von Dienstag.
Pflegepersonal im Berner Insel-Spital kümmern sich auf einer Intensivstation um einen Covid-Patienten. (Archivbild)
© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Die Schweiz steckt mitten in der vierten Corona-Welle, darunter leiden vor allem die Intensivstationen von Schweizer Spitälern. Rund 75 Prozent der Intensivbetten sind ausgelastet. Es sind vor allem ungeimpfte Menschen hospitalisiert. In den Spitälern mehrerer Kantone liegen viele Patientinnen und Patienten mit schweren Verläufen, unter ihnen Reiserückkehrende aus dem Balkan, die nicht geimpft waren (FM1Today berichtete).

264 Intensivbetten sind belegt

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit BAG, sagt am Point de Presse vom Dienstag, dass die Zahlen der neuen Coronafälle und Hospitalisationen stabil sind. Die Belegung der Intensivbetten steige aber weiter an. «Derzeit sind 264 Betten belegt.» Über 90 Prozent der Covid-Erkrankten im Spital und auf Intensivplätzen sind nicht geimpft. Die Spitäler haben aber nicht nur mit Corona-Patienten zu kämpfen. Die steigenden Zahlen haben zur Folge, dass operative Eingriffe verschoben werden müssen. Ausserdem fehlt das Personal.

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Quelle: CH Media Video Unit

«Ohne Fachpersonal können wir nicht einfach so neue Intensivplätze öffnen», sagt Linda Nartey, Kantonsärztin Bern und Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS. Die Belastung des Personals sei hoch und eine Anpassung der Umstände sei derzeit nicht möglich. «Wir müssen das Gesundheitspersonal schützen.»

Impfung ist sicherste Art von Immunisierung

Und der beste Schutz biete das Impfen. Eine Impfung habe mehr Vor- als Nachteile, so Masserey. «Es ist die sicherste Art, sich zu immunisieren.» Je mehr Geimpfte es gebe, desto weniger Kranke und desto weniger könne man andere anstecken, ausserdem seien die Krankheitsverläufe von Geimpften weniger schlimm. «Das Risiko, sich mit Delta anzustecken, ist für Geimpfte um 70 bis 90 Prozent niedriger als bei Ungeimpften», sagt Masserey. Inzwischen wurden in der Schweiz 9,6 Millionen Impfdosen verabreicht. Täglich gibt es 22'000 Impfungen pro Tag. Ungeimpfte sollen mit persönlicher Beratung, Erklärvideos und Aufklärung gegen Fake News über das Impfen informiert werden.

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«Sommerferien haben etwas mit Wiederanstieg der Fälle zu tun»

Die beiden Expertinnen des Bundes raten, dass man sich noch vor den Herbstferien impfen lassen und sich gut über das Reiseziel informieren soll. Denn: «Die Sommerferien haben mit Sicherheit etwas mit dem Wiederanstieg der Fälle zu tun», so Masserey.

Zur möglichen Ausweitung der Covid-Zertifikatspflicht sagt die Berner Kantonsärztin Nartey: «Ist es in Ordnung, wenn die restlichen Intensiv-Patienten in Konkurrenz zu Covid-Patienten stehen, wenn die Zahlen weiter steigen?» Eine Sorge der Kantone sei, wie stark man was und wen einschränke und wie wirksam eine Ausdehnung des Zertifikats ist. «Ich glaube, dass die Massnahmen, die noch möglich sind, angewendet werden sollten. Und die Zertifikatspflicht ist eine der Massnahmen – sie kann aber nicht alles regeln», so Nartey.

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Quelle: CH Media Video Unit

Hier gibt es den Ticker der Medienkonferenz zum Nachlesen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 31. August 2021 15:50
aktualisiert: 31. August 2021 15:55