Trauriger Rekord

Die Schweiz erlebt einen der tödlichsten Lawinenwinter

7. März 2021, 08:28 Uhr
Dieses Jahr sind so viele Menschen durch Lawinen umgekommen, wie noch nie seit Messbeginn.(Symbolbild)
© By Scientif38 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Jedes Jahr verunglücken Wintersportler bei Lawinenniedergänge. weil sie die Gefahr unterschätzen oder nicht erkennen. Aber so dramatisch wie in den letzten Monaten war es selten.

Die Schweiz erlebt einen der tödlichsten Winter. Das Institut für Schnee und Lawinenforschung (SLF) in Davos registrierte in diesem Winter bereits 151 Lawinenunfälle, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Das sind rund doppelt so viele wie im Schnitt der letzten 20 Jahre für die Periode bis Ende Februar - und so viele wie noch nie seit Beginn der SLF-Aufzeichnungen.

20 Menschen verloren ihr Leben

Über 200 Wintersportler wurden von den Wucht der Lawinen erfasst. Für 20 Menschen kam die Rettung zu spät – auch das ein im langjährigen Vergleich deutlich überdurchschnittlicher Wert. Die traurige Zwischenbilanz  habe vermutlich mit dem «ungünstigen Schneedeckenaufbau während Dezember bis Februar» zu tun, sagt Frank Techel vom SLF.

So starb ein 34-jähriger Skitourengänger Mitte Februar am Piz Alv in Pontresina wegen eines Lawinenabgangs. Ein 28-jähriger Snowboarder kam in Celerina anfangs Februar ums Leben sowie ein 27-jähriger Skitourengänger im Safiental Mitte Februar.

Verhalten durch Pandemie verändert

Experten wie Pierre Mathey, Geschäftsführer des Schweizer Bergführerverbands, glauben aber, dass die hohe Zahl von Unfällen mit der Corona-Krise zusammenhängt. «Die Pandemie hat das Verhalten der Menschen generell verändert», sagt Mathey, Geschäftsführer des Schweizer Bergführerverbands (SBV). «Der Drang nach mehr Raum und Freiheit hat sich verstärkt.»

Ein Teil der Wintersportler beachte Warnsignale und Verbote weniger. «Zu viel Information killt die Information», sagt Mathey. «In den letzten Monaten wurden die Leute mit Verhaltensregeln überschwemmt.» Das habe zu einer gewissen Abstumpfung geführt.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 7. März 2021 08:06
aktualisiert: 7. März 2021 08:28