Direkter ans Ziel mit neuem Buskonzept

Stefanie Rohner, 13. April 2018, 08:08 Uhr
Die neuen Batterie-Trolleybusse wären ab Dezember 2020 auf den Linien 3, 4 und 6 unterwegs.
Die neuen Batterie-Trolleybusse wären ab Dezember 2020 auf den Linien 3, 4 und 6 unterwegs.
© Tagblatt/Ralph Ribi
Mit dem neuen Fahrplan 2019 wird in der Stadt St.Gallen ein neues Buskonzept eingeführt. Es gibt mehr Direktverbindungen und verschiedene Linien werden ausgebaut. Dazu müssen Busse angeschafft und bauliche Massnahmen ergriffen werden.

Nach dem Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung (Städteinitiative) ist die Stadt zuständig für ein attraktives Angebot des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs. Dabei sind Ausbau und Optimierung vom Busangebot ein wichtiges Element.

Damit dieses Ziel erreicht wird, entstehen beim Fahrplanwechsel 2018/19 neue Linien und Linienverknüpfungen in der Stadt St.Gallen. Grundlage für die Anpassungen ist das Ergebnis der Busplanung St.Gallen Ost/Oberthurgau vom Jahr 2016 des Amts für öffentlichen Verkehr (AöV) des Kantons St.Gallen.

Das neue Angebot trägt auch dem geänderten Bahnfahrplan und dem umgebauten Bahnhofplatz Rechnung. Die Trennung zwischen Stadt- und Regionalbussen wird zudem bekräftigt. Wegen der grossen Änderungen gab es eine Neunummerierung des Stadtbusnetzes. Die Fahrgäste erhalten mit dem neuen Fahrplan mehr Direktverbindungen und ein verständlicheres Bussystem.

Erst später barrierefrei

Für die Umsetzung des neuen Konzepts sind diverse bauliche Massnahmen erforderlich. Das Stadtparlament entscheidet am 8. Mai 2018 über die Kredite. An der Dufourstrasse sind zwei neue Lichtsignalanlagen notwendig. Bei ein paar Haltestellen werden die Anpassungen in Kenntnis von künftig geplanten Ausbauten teils nur provisorisch vorgenommen.

So zum Beispiel bei der Migros Bach oder im Bereich der Olma-Messen. Die meisten anderen neuen Haltestellen werden bewusst mit provisorischem Ausbaustandart umgesetzt und sind noch nicht barrierefrei.

Wenn Erkenntnisse aus den ersten Betriebsjahren vorliegen, werden die genauen Lagen der Haltestellen geprüft und barrierefrei erstellt. Das Vorgehen ist mit den Behindertenverbänden abgesprochen.

Damit das neue Angebot zeitgerecht umgesetzt werden kann, werden fünf neue Busse mit Anhängern, ein zusätzliches Zugfahrzeug sowie ein Elektrobus angeschafft. Ausserdem sind durch die im Januar vom AöV beschlossenen Leistungen drei weitere Standardbusse nötig.

Auch über diese wird am 8. Mai durch das Stadtparlament entschieden. Die Kosten für alle neuen Fahrzeuge belaufen sich auf rund 6.8 Millionen Franken. Wo mehr Busse fahren, braucht es mehr Personal. So werden 19 zusätzliche Chauffeurinnen und Chauffeure eingesetzt.

Das sind die wichtigsten Änderungen:

  • Die Linien 3, 203 und der West-Ast der Linie 7 werden umkonzipiert. Die Linien Abtwil St.Josefen-Bahnhof  St.Gallen-Heiligkreiz (neu die Linie 3) und Säntispark-Bahnhof St.Gallen-Wittenbach Bahnhof (neu Linie 4) verkehren neu im 15-Minuten-Takt. Die Linien werden sich auf dem Abschnitt Säntispark-Heiligkreuz zum 7.5-Minuten-Takt überlagern.
  • Der Ost-Ast vom 7ner-Bus wird mit den West-Ästen der Linien 2 und 8 verknüpft. Die Linien heissen dann neu 7 (Hinterberg-Bahnhof St.Gallen-Achslen-Neudorf) und 8 (Stocken-Bahnhof St.Gallen-Achseln-Neudorf). Die beiden Linien überlagern sich auf dem Abschnitt Ahorn-Neudorf zum 10-Minuten-Takt.
  • Die Buslinie von und nach St.Georgen wird über die Bachstrasse nach Heiligkreuz verlängert. Die neue Linie 6 (St.Georgen-Bahnhof St.Gallen-Bachstrasse-Heiligkreuz) wird ihm 10-Minuten-Takt fahren.
  • Die jetzigen Buslinien 6 und 9 werden verbunden. Die neue Linie 9 (Hölzli–Bahnhof St.Gallen–Rotmonten–Schuppis) wird in den Hauptverkehrszeiten auf dem Abschnitt Hölzli-Bahnhof St.Gallen-Rotmonten im 10-Minuten-Takt fahren. In den Nebenverkehrszeiten und auf dem Abschnitt Rotmonten-Schuppis wird es einen 20-Minuten-Takt geben.
  • Der Süd-Ast der Linie 10 wird über den Rosenberg verlängert. Die Linie behält die Nummer 10 (Oberhofstetten-Bahnhof St.Gallen-Rosenberg und wird im 20-Minuten-Takt fahren.
  • Der Ost-Ast der Linie 10 wird ab 2019 als einzelne Linie betrieben. Die Linie verkehrt als Nummer 11 (Bahnhof St.Gallen-Abacus Platz) und fährt alle 20 Minuten.
  • Eine neue Linie 12 (Abtwil Zentrumspark-Spisegg-Bahnhof St.Gallen) wird als Versuchsbetrieb eingeführt und wird in den Hauptverkehrszeiten alle 30 Minuten fahren.
  • Die VBSG beabsichtigen, ab 2021 bis 2025 alle Busse auf elektrischen Betrieb umzustellen. Der erste leistungsunabhängige Elektrobus fährt ab Anfang 2019 und dient als Praxistest im Linienbetrieb. Solche Busse sollen künftig die Quartiere bedienen.
  • Auf den neuen Durchmesserlinien sollen die Gelenkautobusse in drei Jahren durch leistungsstarke Batterietrolleybusse abgelöst werden. Die Buszüge und Standardbusse sind zur Überbrückung gedacht und werden danach als Reservefahrzeuge sowie für Extra- und Bahnersatzfahrten eingesetzt.

So sieht der neue Linienplan der VBSG ab dem 9. Dezember aus:

VBSG
VBSG

Stefanie Rohner
veröffentlicht: 12. April 2018 14:16
aktualisiert: 13. April 2018 08:08