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Grossveranstaltungen

Dürfen wir nur geimpft ans OASG und in den Kybunpark?

27. Dezember 2020, 09:40 Uhr
Wohl niemanden hat die Corona-Pandemie wirtschaftlich so stark getroffen wie die Event-Branche: Zuschauerbeschränkungen, Schutzkonzepte, Lockdown. Was die Grossveranstalter brauchen, ist Planungssicherheit. Eine Lösung ist möglicherweise in Sicht.

Die Organisatoren von Grossevents wollen wieder arbeiten. Ob es nun Konzerte, Festivals oder Sportveranstaltungen sind, alles ist der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Insbesondere die ständig wechselnden Vorschriften und Corona-Massnahmen machten den Veranstaltern zu schaffen. Was sie brauchen, ist Planungssicherheit. Hier könnte die gestartete Impf-Aktion helfen (wir berichteten).

Nun denkt die Eventbranche offenbar über eine Impfpflicht für Besucher nach, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Gegenüber der Wochenzeitung sagt Stefan Breitenmoser, Geschäftsführer der Swiss Music Promoters Association (SMPA), Branchenverband der professionellen Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter: «Eine Impfung könnte dereinst eine von verschiedenen Massnahmen sein, um eine Veranstaltung zu besuchen.»

Ist eine Impflicht überhaupt zulässig?

Der Bund schliesst die Möglichkeit einer Impfpflicht nicht aus. Er macht den Grossveranstaltern Hoffnung: «Grundsätzlich ist es nicht ausgeschlossen, geimpfte und nicht geimpfte Personen rechtlich anders zu behandeln», schreibt Rechtsanwältin Ingrid Ryser im Namen des Bundesamts für Justiz sowie des Bundesamts für Gesundheit dem «SonntagsBlick».

Jedoch birgt eine Impfpflicht für Besucher auch Gefahren – also für die Veranstalter. Es wäre sicherlich mit heftigen Reaktionen von Corona-Skeptikern und Impfgegnern zu rechnen. Und selbst das Durchschnitts-Publikum wäre kaum begeistert, spekuliert die Sonntagsausgabe des «Blick». Dass diese Überlegungen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigen die heftigen Reaktionen, die ein ähnlicher Vorschlag der Gesundheitspolitikerin Ruth Humbel vor einigen Wochen auslöste. Sie sagte damals gegenüber den Zeitungen von CH Media: «Schützen Impfungen vor Ansteckungen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass Geimpfte mehr Freiheiten bekommen.»

Die Sportbranche will sich noch nicht festlegen

Der schwierigen Ausgangslage sind sich auch die Verantwortlichen von Sportveranstaltungen bewusst. «Es ist ein sehr heikler Bereich, der rasch ethische Fragen aufwirft», sagt etwa Philippe Guggisberg, Kommunikationschef der Swiss Football League, gegenüber dem «SonntagsBlick». Im Moment wollte sich der Verband deshalb nicht festlegen. Nur so viel: «Wir klären derzeit ab, was der Impfstoff für den Fussball, für die Spieler und für die Stadien bedeutet.» Ähnlich klinge es bei der Swiss Ice Hockey Federation.

Aber auch für Breitenmoser ist es noch zu früh, die Frage nach einer Impfpflicht abschliessend beantworten zu können. Zuerst brauche es mehr Informationen zum Virus selbst, zur Aussagekraft von Schnelltests sowie zum Schutz durch Impfungen und ihren Langzeitwirkungen. «Entscheidend wird auch die Praxis und die Akzeptanz in anderen Lebens­bereichen sein.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. Dezember 2020 08:10
aktualisiert: 27. Dezember 2020 09:40