Studie

Ein Drittel der Erkrankten hat nach sechs Wochen noch immer Corona-Symptome

8. Dezember 2020, 11:53 Uhr
Nicht alle Covid-19-Kranken erholen sich schnell: Bei einem Drittel halten die Symptome lange an. (Symbolbild)
© Keystone
Eine Studie der Universität Genf zeigt, dass ein Drittel der an Covid-19 erkrankten Patienten auch nach sechs Wochen noch unter Müdigkeit, fehlendem Geruchssinn oder Atemlosigkeit leidet.

Für eine Studie zum Langzeitverlauf von Covid-19 befragten Genfer Mediziner und Epidemiologen 669 Personen. Alle hatten sich mit dem Coronavirus infiziert, waren aber nicht im Spital behandelt worden. Die Untersuchung zeige, dass ein Drittel auch sechs Wochen nach der Infektion noch an Symptomen leide, teilte die Universität Genf am Dienstag mit. Dazu gehören Müdigkeit, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, Atemnot und Husten.

Das häufigste Symptom war demnach Müdigkeit: Es wurde von 14 Prozent der Befragten angegeben. 9 Prozent klagten über Atemlosigkeit. Lediglich sechs Prozent hatten zum Zeitpunkt der Befragung noch Husten. Die Bevölkerung müsse über die möglichen Langzeitfolgen einer Coronainfektion besser informiert werden, folgern die Autoren der Studie. Jeder müsse sich im Klaren darüber sein, dass auch gesunde Personen sich noch Wochen nach der Infektion in einem erschöpften Zustand befinden könnten und sich deshalb schützen müssten.

Wichtig sei auch, die Langzeitbetreuung sicherzustellen. «Es ist wichtig, diese Menschen zu begleiten und ihnen zuzuhören», wird die Genfer Ärztin Mayssam Nehme in der Mitteilung zitiert.

An der Studie beteiligt waren neben der Universität Genf die Genfer Universitätsspitäler und die Gesundheitsdirektion des Kantons. Sie wurde im wissenschaftlichen Journal «Annals of Internal Medicine» veröffentlicht.

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Quelle: CH Media
veröffentlicht: 8. Dezember 2020 11:24
aktualisiert: 8. Dezember 2020 11:53