Unwetter

Ein Toter und drei Verletzte wegen «Sabine» in Schweiz

10. Februar 2020, 17:40 Uhr
Der Sturm «Sabine» fegt mit hoher Windgeschwindigkeit über die Schweiz.
© KEYSTONE/LAURENT GILLIERON
Am Montag ist das Orkantief «Sabine» durch die Schweiz gewirbelt. Der Sturm führte auf Schienen, Strassen und im Luftverkehr zu Behinderungen. Ein Mann kam ums Leben, als starker Wind das Auto des 36-Jährigen auf die Gegenfahrbahn schob.

Der Mann ist am frühen Montagmorgen bei Les Montets FR bei der Kollision seines Autos mit dem Anhänger eines leichten Anhängerzugs getötet worden. Die Freiburger Kantonspolizei geht davon aus, dass starker Wind den hinteren Teil des Anhängerzugs auf die Gegenfahrbahn wehte. Beim verstorbenen Automobilisten handelt es sich um einen Mann, der im Kanton Freiburg wohnte.

Wegen des Sturms griff ein Feuer in Bauma ZH auf ein benachbartes Waldstück über. Beim Grossbrand wurden fünf landwirtschaftliche Gebäude zerstört. Die Feuerwehr rückte mit einem Grossaufgebot aus.

Im Kanton Uri und in Teilen der Kantone Schwyz und Zug kam es zudem zu einem grossflächigen Stromausfall. Grund war der Ausfall der Höchstspannungsleitung von Plattischachen nach Göschenen wegen des Sturms.

Der Stromausfall in Uri führte zu technischen Problemen in mehreren Tunnel in der Zentralschweiz. Sowohl der Gotthard-, der Seelisberg-, sowie der Flüelen- und der Mositunnel mussten gesperrt werden, weil wichtige Einrichtungen wie etwa Lampen nicht mehr mit Strom versorgt werden konnten; die Sicherheit war nicht mehr gewährleistet. Der Stromausfall wurde am Nachmittag behoben und die Tunnel wieder freigegeben.

Flugbetrieb durcheinander gewirbelt

Auch den Flugbetrieb wirbelte «Sabine» durcheinander. Nach Auskunft einer Flughafensprecherin wurden auf dem Euroairport Basel-Mülhausen am Montag bis um 10 Uhr 29 von insgesamt 180 Flügen annulliert. Am Flughafen Zürich wurden bis Ende Nachmittag 67 Landungen und 63 Starts abgesagt. Einige Flugzeuge mussten durchstarten. Es könnten aber noch weitere Flüge tangiert werden.

Auf Hauptstrassen behinderte «Sabine» wegen umgestürzten Bäumen den Verkehr. Auch der Bahnverkehr bekam den Sturm zu spüren. Insbesondere im Jura gab es am Morgen Probleme. Störungsmeldungen gab es aber aus allen Regionen der Schweiz. Probleme waren auch hier auf Geleise gestürzte Bäume oder Fahrleitungsstörungen.

Hunderte Meldungen

Bei den Kantonspolizeien gingen zwischen 80 und fast 200 Meldungen wegen Verkehrsbehinderungen ein, etwa durch umgestürzte Bäume oder herumfliegende Gegenstände.

Wegen der Gefahr auf dem Schulweg haben zahlreiche Schulen schulfrei gegeben. So etwa in einigen Gemeinden in den Kantonen Bern. Schwyz, Zürich und St. Gallen. In einigen Gemeinden wurde es den Eltern und Erziehungsberechtigten überlassen, ob der Schulweg sicher genug ist für ihre Kinder.

In ihrem Kerngebiet war «Sabine» am Montag stärker unterwegs als die Vorgängerin «Petra». In Rünenberg BL wurde am späten Sonntagabend ein neuer Rekordwert von 148 km/h gemessen, wie Meteoschweiz am Nachmittag mitteilte. Im Flachland schickte «Sabine» am Montagmorgen Böen mit Spitzen von 85 bis 125 Kilometer pro Stunde (km/h) über die Schweiz. Auf den Berggipfeln lagen die Spitzen vereinzelt bei 150 km/h.

Der Sturm soll in der Nacht kräftige Schauer bringen und dann mit Sturmböen von 90 bis 110 km/h durch die Nacht ziehen - auf den Bergen mit starken Orkanböen. Warme Temperaturen wie in der Nacht auf Montag sind nicht mehr zu erwarten, die Luft soll wechseln feucht und kühl werden, die Schneefallgrenze auf 700 bis 900 Meter sinken.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. Februar 2020 17:35
aktualisiert: 10. Februar 2020 17:40