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Wissen

Eine Rechercheplattform für 470 Bibliotheken in der Schweiz

7. Dezember 2020, 14:58 Uhr
Ab sofort können die Bestände von 470 Schweizer Bibliotheken auf der zentralen Rechercheplattform Swisscovery gemeinsam durchforstet werden.
Einfacher Recherchieren: Mit Swisscovery haben Nutzer Zugriff auf über 40 Millionen Bücher und 3 Milliarden elektronische Artikel. (Symbolbild)
© Keystone

Seit Montag ist die neue Bibliotheksplattform Swisscovery online. Damit können im Internet neu Bestände von 470 Bibliotheken aus der ganzen Schweiz auf einer einzigen Seite durchforstet werden. Im Katalog gelistet sind demnach mehr als 40 Millionen Bücher, Zeitschriften und Non-Book-Materialien sowie mehr als drei Milliarden elektronische Artikel, heisst es in zwei am Montag von der ETH Zürich und der Universität Lugano veröffentlichten Mitteilungen. Swisscovery war vor drei Jahren von 15 Schweizer Universitäten und Hochschulen initiiert worden.

Jeder Artikel hat in Swisscovery nur einen Eintrag: So können Kunden sofort herausfinden, in welcher Bibliothek das Buch oder der Artikel vorhanden ist. Dank einem gemeinsamen Kurierdienst kann das Material dann auch einfach nach Hause bestellt und wieder zurückgeschickt werden. Dies mache das Recherchieren einfacher, so die Mitteilung. Mit dem Projekt hätten die Schweizer Bibliotheken eine Pionierrolle inne, wird der Direktor der Betreiberin «Swiss Library Service Platform» (SLSP), Thomas Marty, in der Mitteilung zitiert. «In keinem anderen Land arbeiten Bibliotheken im vergleichbaren Ausmass zusammen».

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«Es ist eine schmerzhafte Entscheidung», lässt sich Davide Dosi, der Direktor der Universitätsbibliothek Luganzo in der Mitteilung ziteren. Um Teil einer Plattform zu sein, welche die Mehrheit der Schweizer Hochschul- und Wissenschaftsbibliotheken zusammenführt, muss etwa die Universität der Italienischsprachigen Schweiz alle Zusammenarbeiten mit weiteren italienischsprachigen Bibliotheken aufgeben. Um dennoch Synergien im Sprachraum nutzen zu können liefen Gespräche, so Dosi.

Angestossen worden war das Projekt eines einzigen, grossen Schweizer Bibliothekskatalogs 2014 von der Bibliothek der ETH Zürich, wie diese schreibt. Drei Jahre später gesellten sich weitere Universitäten respektive deren Bibliotheken dazu und Swisscovery wurde offiziellgestartet. Weitere Dienstleistungen sollen bald folgen, heisst es. Swisscovery löst die bisherigen Schweizer Bibliothekenverbünde und Rechercheplattformen ab. Alle Nutzer müssen sich neu registrieren.

(wap/sat) 

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 7. Dezember 2020 14:51
aktualisiert: 7. Dezember 2020 14:58