Autoindustrie

Emil Frey-Tochter Herold baut nach Verlust Stellen ab

30. Dezember 2020, 14:52 Uhr
Die Corona-bedingte Krise in der Fahrzeugvermietung trifft auch die Emil Frey-Gruppe, die in der Schweiz das Geschäft von Hertz führt. (Archivbild)
© KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT
Die Corona-Pandemie hinterlässt tiefe Spuren in der Schweizer Wirtschaft. Dies spürt auch der zur Emil Frey Gruppe gehörende Herold Fahrzeugvermietung AG.

Nach einem Verlust baut der Autovermieter, der das Schweizer Geschäft des Hertz Konzerns führt, Stellen ab.

«Als weitgehend vom internationalen Tourismus abhängiges Geschäft, ist die Fahrzeugvermietung von der Corona-Pandemie direkt betroffen und nimmt diesbezüglich in der Gruppe eine gesonderte Rolle ein», teilte die Emil Frey Gruppe am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP mit und bestätigte einen Bericht des Internetportals «Inside Paradeplatz».

Herold habe im laufenden Jahr knapp einen Viertel ihrer 495 Mitarbeiter abgebaut. Dabei sei es zu Entlassungen und Pensionierungen gekommen. Ein Teil habe das Unternehmen von sich aus verlassen.

Von den 115 wegfallenden Stellen fielen 37 auf natürliche Fluktuationen, 15 auf Vollzeit-Angestellte und der Rest betreffe Rentner, Studenten und andere Mitarbeiter auf der Basis von befristeten Arbeitsverträgen oder Stunden Arbeitsverträgen, wie es in dem Bericht weiter hiess. Das Geschäft mit Autovermietungen sei ideal für Leute, die keine feste Anstellung suchten oder im Pensionsalter noch eine Beschäftigung auf Stundenbasis wollten.

2020 mache Hertz Verlust, weil die Vermietungen an den Flughäfen eingebrochen seien. Das Minus halte sich in Grenzen, weil es gelungen sei, die Abhängigkeit vom Flughafen-Geschäft zu reduzieren. Dieses betrage derzeit noch rund die Hälfte. Vor 8 Jahren, als das Geschäft übernommen wurde, habe es noch 90 Prozent betragen.

«Von weiteren, detaillierenden Angaben diesbezüglich, möchten wir absehen», hiess es in der Stellungnahme von Emil Frey an AWP weiter.

Neue Formen des Autofahrens gewinnen an Bedeutung

Das Geschäft mit Auto-Vermietungen wachse in den Städten mit Umzügen und sonstigen Transporte. Zudem wollten manche Neukunden vor dem Kauf eines Autos das Fahren erst ausprobieren. Neue Formen des Autofahrens wie «Car Sharing» lägen im Trend. Daher sei das Hertz-Geschäft für die Emil Frey-Gruppe immer wichtiger.

Die Gruppe sieht sich mit Hertz und deren Billigmarken Thrifty und Dollar gut positioniert. Konkurrent sei nicht Mobility, die auf Autos der Emil Frey AG setze, sondern direkte Mitbewerber wie Avis und National.

Quelle: sda
veröffentlicht: 30. Dezember 2020 14:45
aktualisiert: 30. Dezember 2020 14:52