Teures Futtermittel

Engpass in Deutschland: Werden die Eier nun auch in der Schweiz knapp?

Rodrigo Cerletti, 8. April 2022, 05:54 Uhr
Eierproduzenten in Deutschland warnen, dass die Versorgung mit Eiern schon bald nicht mehr gewährleistet sein könnte. Grund dafür sind die Futtermittelpreise, die wegen des Ukraine-Kriegs stark angestiegen sind. Wir haben nachgefragt, ob auch der Schweiz ein Eiermangel droht.
Wenn der Krieg in der Ukraine noch länger andauert, könnten Eier künftig in der Schweiz teurer werden. An Ostern dürfte dies aber noch nicht spürbar werden.
© Keystone (Archiv)

Deutschland bekommt die Folgen des Krieges bereits in mehreren Bereichen zu spüren. Unter den Landwirtschaftsbetrieben herrsche zurzeit eine «Existenzangst», wie der «Bundesverband Ei» berichtet. Wegen der steigenden Kosten für Tierfutter können die Bauern weniger Hühner versorgen und halten. Deshalb kann die Eier-Versorgung nicht mehr aufrechterhalten werden.

Keine Eier an Ostern?

Ist die Situation auch in der Schweiz angespannt? Gallosuisse, die Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten, gibt Entwarnung. «Hierzulande gibt es derzeit keine Eier-Knappheit, es hat genügend Schweizer Eier. Die Konsumenten müssen nicht besorgt sein», sagt Daniel Würgler, Präsident Gallosuisse, auf Anfrage. An Ostern muss also nicht auf das Eierbemalen verzichtet werden.

Dass es in der Schweiz zurzeit nicht zu einem Eier-Engpass kommt, hat verschiedene Gründe. Einerseits würden die Schweizer Eierproduzenten den Konsum schon rund eineinhalb Jahre im Voraus planen. «Wir planen schon jetzt die Menge, die im nächsten Jahr auf den Markt kommen wird», so Würgler. Andererseits würden sie dafür sorgen, dass die Vermehrung der Hühner in der Schweiz stattfindet. Ebenso seien die Rohstoffe zur Futtermittelherstellung vertraglich gut geregelt und damit sei die Versorgung der Tiere vorerst gewährleistet.

Steigende Eierpreise für Konsumentinnen und Konsumenten

Wenn der Krieg in der Ukraine aber noch länger andauert, könnte es in Zukunft trotzdem doch zu einer Eier-Knappheit kommen. «Bis im Sommer ist es bestimmt kein Problem. Aber niemand kann abschätzen, was auf dem globalen Markt abgehen wird, wenn dieser Krieg noch länger geht.» Zudem komme es darauf an, wie die Ernte in diesem Jahr ausfallen werde. Wenn es ein schlechtes Jahr wird, würde sich die Situation laut Würgler verschärfen.

Den Schweizer Eierproduzenten geben die steigenden Rohstoffpreise aber ebenfalls zu denken. «Für uns Produzenten sind die Preise besorgniserregend. Wir müssen das Futter für den Stall regelmässig einkaufen und da haben wir schon jetzt eine Preissteigerung von mehr als zehn Prozent. Langfristig können wir diese Kosten nicht selbst tragen», sagt der Gallosuisse-Präsident. Aus diesem Grund sei damit zu rechnen, dass die Eier in naher Zukunft für die Konsumentinnen und Konsumenten leicht teurer werden.

Regelmässiger Eierkonsum wird benötigt

Während in Deutschland jeder Einwohner 230 bis 240 Eier pro Jahr konsumiert, isst man in der Schweiz im Durchschnitt etwa 185 bis 190 Eier pro Jahr. Für die Schweizer Produzentinnen und Produzenten sei dies aber nicht massgebend. Vielmehr wäre es hilfreich, wenn man das ganze Jahr über konstant Schweizer Eier konsumieren würde. Denn: «Unsere Hühner legen jeden Tag ein Ei und nicht nur vor Ostern oder Weihnachten», so Würgler.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. April 2022 05:49
aktualisiert: 8. April 2022 05:54
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