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Coronavirus

Erste Impfdosen sind eingetroffen – Bund sucht britische Touristen per SMS

22. Dezember 2020, 15:53 Uhr
Die ersten Coronaimpfungen sind in der Schweiz eingetroffen. Gleichzeitig hält die neue Virusmutation den Bund auf Trab. Dieser sucht nun auf verschiedenen Kanälen nach britischen Touristen.
Laut Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind die ersten Impfdosen von Pfizer/Biontech am Dienstag eingetroffen.
© Keystone

(sat/rwa) Nach den Einreisesperren für Menschen aus Grossbritannien und Südafrika vom Montag verstärkt die Schweiz die Suche nach Personen, die sich möglicherweise mit der neuen Virusvariante angesteckt haben. Menschen mit britischen Telefonnummern sollen hierzulande per SMS angeschrieben und auf eine mögliche Quarantäne hinweisen werden. Darauf habe sich der Bund mit den Telekomfirmen geeinigt, hiess es am Dienstag an einer Medienkonferenz des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Tanja Stadler von der wissenschaftlichen Task Force erklärte zudem, dass die Untersuchung von Virusproben in der Schweiz nun drastisch ausgeweitet werden soll. Bisher seien täglich jeweils von 100 bis 300 respektive einem Prozent der positiven Proben das Virus sequenziert worden. Bis am 10. Dezember – den neuesten Zahlen– sei dabei kein mutiertes Coronavirus gefunden worden.

Taskforce fordert schärfere Schutzmassnahmen

«Wir hoffen, nach den Festtagen mehr darüber zu wissen, ob die neue Coronavirus-Variante wirklich bereits da ist», sagte die ETH-Professorin Stadler. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei jedoch gross. Schätzungen gingen davon aus, dass letzte Woche in jedem zweiten der 92 Flüge aus Grossbritannien ein mutiertes Virus mit flog. Britische Wissenschafter schätzen, dass das mutierte Virus den Reproduktionswert um 0,4 Punkte erhöht. Dieser liegt aktuell in der Schweiz bei 1,05.

Die bisherigen Massnahmen würden deshalb nicht ausreichen, betonte Martin Ackermann, Präsident der Task Force. Welche Verschärfungen es nun brauche, liess er offen. Aus Sicht von Stadler lässt sich mit Reisebeschränkungen jedoch Zeit gewinnen. Allerdings müssten die Infektionsketten weiterhin aufgespürt und die persönlichen Kontakte eingeschränkt werden. Eine weitere Steigerung der bereits sehr hohen Fallzahlen könne sich die Schweiz nicht leisten.

Bund startet Kampagne am Donnerstag

Gemäss BAG-Expertin Virginie Masserey sind am Dienstag die ersten 107'000 Impfdosen in der Schweiz eingetroffen. Diese werden nun von der Armee-Apotheke an einem geheimen Ort gelagert. Um die Abläufe bei der Verteilung der Dosen als auch beim Impfen zu testen, werden in den nächsten Tagen bereits erste Impfungen durchgeführt. Die breite Impfkampagne startet dann im neuen Jahr.

Unter dem Slogan «Informieren Sie sich!» lanciert am Donnerstag das BAG seine neue Impfkampagne. Ziel ist es, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen mit umfassenden, transparenten und verständlichen Informationen über die Impfung und deren Verträglichkeit und Nutzen. Dabei will der Bund möglichst viele Fragen aus der Bevölkerung auf einer neuen Homepage beantworten. Für individuelle Auskünfte steht eine Hotline (058 377 88 92) zur Verfügung.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 22. Dezember 2020 15:52
aktualisiert: 22. Dezember 2020 15:53