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Nach sechs Stunden

Facebook, Whatsapp und Insta sind wieder online – schuld war die Technik

5. Oktober 2021, 07:26 Uhr
Die wichtigsten Plattformen der Facebook-Gruppe waren für rund sechs Stunden nicht mehr erreichbar – kurz nach Mitternacht waren die Dienste wieder online. Der grosse Profiteur der Riesenpanne ist Kurznachrichtendienst Twitter.
WhatsApp, Facebook und Instagram waren am Montagabend und in der Nacht down – mittlerweile funktionieren die Dienste wieder.
© Keystone

Ungefähr sechs Stunden ohne Facebook, Whatsapp und Instagram: Ein ungewöhnlich langer Totalausfall hat am Montag Milliarden Nutzern der Onlinedienste zugesetzt – schuld waren technische Probleme.

Facebook entschuldigt sich auf Twitter

Zwei namentlich nicht genannte IT-Sicherheitsexperten von Facebook sagten der «New York Times» bereits früh, dass eine Cyberattacke als Auslöser der Probleme erscheine unwahrscheinlich.

Zunächst war die Rede bei Facebook nur von «Netzwerk-Problemen». Gründer und Chef Mark Zuckerberg entschuldigte sich zuerst in einem kurzen Facebook-Post. Später entschuldigte sich Facebook-Technologie-Chef Mike Schroepfer auf Twitter «aufrichtig» bei allen Betroffenen. Insgesamt nutzen weltweit rund 3,5 Milliarden Menschen mindestens einen Dienst des Facebook-Konzerns.

Die Störung war so schwer in Griff zu bekommen, dass Facebook der «New York Times» zufolge ein Team in sein Rechenzentrum im kalifornischen Santa Clara schicken musste, um einen «manuellen Reset» der Server zu versuchen.

«Den Stecker gezogen»

Experten für IT-Sicherheit erklärten, es gebe Hinweise darauf, dass Online-Verbindungen, die Nutzer zu dem Netzwerk führen, unterbrochen waren. Facebook und seine Tochterunternehmen «verschwanden aus dem Internet in einer Serie von BGP-Updates», erklärte John Graham-Cumming, Technologiechef bei Cloudflare, im Online-Dienst Twitter. Das BGP oder Border Gateway Protokoll ist das im Internet eingesetzte Routingprotokoll, das autonome Systeme miteinander verbindet.

«Das war, als ob jemand allen Servern den Stecker gezogen und sie vom Internet abgeklemmt hat», erklärten zwei Ingenieure von Cloudflare im Firmenblog.

Der Technik-Chef des Cloud-Dienstleisters Cloudflare, John Graham-Cumming, verwies darauf, dass Nutzer und auch Software weiterhin versuchten, Facebook-Dienste anzusteuern. Das habe für einen massiven Anstieg der Auslastung anderer DNS-Dienste gesorgt.

Schadenfreude kennt keine Grenzen

Allein schon für den Austausch über den Ausfall schlug die Stunde von Twitter – und der Facebook-Konkurrent war sich dessen bewusst. «Hallo buchstäblich alle», twitterte der Account des Kurznachrichtendienstes, auf dem sich über Stunden hinweg unzählige Facebook-Nutzer tummelten, um Informationen einzuholen.

Für Facebook, das gerade in den USA unter verstärktem politischen Druck steht, war der mehrstündige Ausfall quasi eine blamable Krönung ohnehin schlechter Wochen. Erst am Sonntag hatte eine ehemalige Mitarbeiterin sich als Whistleblowerin zu erkennen gegeben und dem Online-Netzwerk vorgeworfen, Profit über das Wohl der Nutzer zu stellen, besonders bei der jugendlichen Zielgruppe. Am Dienstag sollte sie im US-Senat befragt werden.

Twitter war am Montag entsprechend voller Schadenfreude:

Twitter dürfte sich freuen, vermutet User Majaz ul Quadri:

Auch Twitter selbst ist der erhöhte Traffic auf der eigenen Plattform durch den Ausfall bei der Konkurrenz nicht entgangen:

Die Schweizer Messenger-Konkurrenz bei Threema haut in eine eher fiese Kerbe. Whatsapp-User hätten eigentlich ja ganz andere Probleme:

Was das Technik-Team bei Facebook und Co. wohl grade so macht?

Ob sie das bei Facebook drüben schon ausprobiert haben?

(lba/con)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 4. Oktober 2021 18:03
aktualisiert: 5. Oktober 2021 07:26