Klima

Fast 100'000 Menschen gehen in Bern auf die Strasse

28. September 2019, 18:39 Uhr
Für die nationale Klimademo reisten über 20'000 Menschen nach Bern.
© Keystone-SDA
Drei Wochen vor den eidgenössischen Wahlen haben am Samstag in Bern nach Angaben der Organisatoren bis zu 100'000 Menschen für ein "Klima des Wandels" demonstriert. Zur Kundgebung aufgerufen hatte ein Bündnis von über 80 Organisationen.

Die Menschenmasse in der Berner Innenstadt war so gross, dass kein Durchkommen mehr war. Nur ein Teil der Zehntausenden von Demonstrierenden gelangte überhaupt auf den Bundesplatz, um an der Abschlusskundgebung teilzunehmen. Viele wichen auf den benachbarten Waisenhausplatz und die Nebengassen aus.

Die Organisatoren korrigierten die Zahl der Teilnehmenden von anfänglich geschätzten 25'000 Personen im Laufe des Nachmittags massiv nach oben, nachdem sich immer mehr Menschen dem Umzug angeschlossen hatten. Tausende reisten mit Extrazügen nach Bern.

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Quelle: CH Media Video Unit / SDA

Die Klimajugend prägte den bunten, lauten und friedlichen Demonstrationszug mit Transparenten und Sprechgesängen, doch nahmen Menschen jeden Alters sowie viele Familien an der Klimademo teil. Tausende führten selbstbemalte Kartonschilder mit, auf denen zum konkreten Handeln gegen den Klimawandel aufgerufen wurde.

Griffige Klimapolitik gefordert

Die der Klima-Allianz angeschlossenen Organisationen fordern eine konsequente und griffige Klimapolitik mit einem Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas - auch bei Investitionen des Schweizer Finanzplatzes. Demonstriert wurde zudem für eine "Klimagerechtigkeit", die allen Menschen weltweit ein würdiges Leben garantieren soll.

Auf dem Bundesplatz traten mehrere Rednerinnen und Redner auf - unter ihnen Chemie-Nobelpreisträger Jacques Dubochet, der kritisierte, dass die Mächtigen seit über 50 Jahren Geld als Wundermittel anpreisten, "damit die Menschen an Glück durch Konsum glauben". Es brauche ein Umdenken.

Unia-Präsidentin Vania Alleva forderte einen ökosozialen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft. Zu Wort kamen auch Jugendliche der Klimastreik-Bewegung sowie ein indigener Aktivist aus Borneo. Er rief zum Stopp von Investitionen in die "Zerstörung des Regenwaldes".

Kirchenuhren auf fünf vor zwölf

Um die Dringlichkeit des Klimaschutzes akustisch zu betonen, läuteten am Samstag um 14.30 Uhr schweizweit die Glocken von zahlreichen Kirchen, in Bern diejenigen des Münsters. An mehreren Turmuhren wurde die Uhrzeit bei fünf vor zwölf angehalten. Insgesamt beteiligten sich laut den Organisatoren über 150 Kirchgemeinden an der Aktion.

Die Klimademo in Bern bildet den Schweizer Schlusspunkt der Global Week for Future, während der weltweit Aktionen und Demonstrationen stattfanden. Zu Ende ging die Kundgebung am Samstagnachmittag mit Konzerten auf dem Bundesplatz.

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. September 2019 14:25
aktualisiert: 28. September 2019 18:39