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Coronavirus

Flugbegleiterin: «Personal hat Angst um Zukunft»

Géraldine Bohne, 14. März 2020, 16:41 Uhr
Das Coronavirus schont kein Land und keine Firma. Stark betroffen von den Auswirkungen des Virus ist zurzeit die Fluggesellschaft Swiss. Sie muss ihren Flugbetrieb um mindestens 50 Prozent zurückfahren. Eine Flugbegleiterin berichtet, welche Sorgen sie sich um ihre Zukunft macht.
Eine Flugbegleiterin erzählt, wie die Lage in der Flugbranche momentan ist. (Symbolbild)
© iStock

Wie auch viele andere Branchen trifft das Coronavirus die Flugbranche hart. Gewisse Länder errichten Einreisesperren, weswegen viele Flüge gestrichen werden müssen. Die Fluggesellschaft Swiss muss zurzeit stark zurückstecken: Bis mindestens Anfang April sind alle Flüge von und nach Italien gestrichen. Auch die USA und Indien haben Einreisesperren verhängt. Gewisse Destinationen in Asien werden seit dem Ausbruch des Virus gar nicht mehr oder nur nur noch teilweise angeflogen.

Flugbetrieb um 50 Prozent reduziert

Das Leben des fliegenden Personals verändert sich durch den Flugabbau stark. Die Swiss muss den Flugbetrieb um mindestens 50 Prozent reduzieren. Eine Flugbegleiterin, die anonym bleiben will, sagt gegenüber FM1Today, wie die Situation momentan ist. «Ich wäre vor einigen Tagen nach Asien geflogen, der Flug wurde wegen des Virus aber gestrichen.» Nun habe sie schon seit mehr als zehn Tagen frei, nächste Woche fliege sie nach Kanada. «Ob der Flug dann wirklich durchgeführt werden kann, das erfahre ich kurzfristig.» Sie ergänzt: «Wir haben momentan viel frei und werden auch bezahlt, aber ich sorge mich um die Zukunft.»

Die Swiss hat neuerdings einen Einstellungsstopp verhängt, die Mitarbeiter können zudem jederzeit ihr Pensum reduzieren. «Gewisse Mitarbeiter haben Zukunftsangst, Angst vor einem weiteren Grounding.» Zur Zukunftsangst komme die Angst um die finanzielle Situation, denn zum sonst schon kleinen Lohn würden Spesen, Mehrflugleistungen und Provision des Bordverkaufs wegfallen. «Niemand weiss, was passieren wird», so die Flugbegleiterin. Sie selbst sorge sich viel mehr um ihre Kolleginnen und Kollegen, da der Job als Cabin Crew Member bei ihr nicht für immer sei.

«Familie und Freunde machen sich Sorgen»

Angst, sich selber auf einem Flug oder im Ausland anzustecken, hat die Flugbegleiterin nicht. «Ich kann mich genau so gut in der Schweiz anstecken. Aber meine Familie und mein Freund machen sich schon Sorgen.» Auf den Flügen nach Hongkong zum Beispiel, darf das Personal Masken tragen. Ansonsten gelten die üblichen Verhaltensempfehlungen. «Die Swiss informiert uns gut. Die Planung muss für sie sehr schwierig sein.» Das Personal müsste zurzeit einfach flexibel sein, da die Planung sehr kurzfristig stattfinde.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 14. März 2020 16:34
aktualisiert: 14. März 2020 16:41