Formationsflüge nach Unglück in Dittingen abgesagt

26. August 2015, 17:00 Uhr
Das Unglück an den Dittinger Flugtagen vom Sonntag forderte ein Todesopfer. Der Pilot des Ultraleichtflugzeugs im Bild hatte Glück: Er konnte sich mit einem Fallschirm retten.
Das Unglück an den Dittinger Flugtagen vom Sonntag forderte ein Todesopfer. Der Pilot des Ultraleichtflugzeugs im Bild hatte Glück: Er konnte sich mit einem Fallschirm retten.
© KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Nach dem tödlichen Unglück an den Dittinger Flugtagen vom Sonntag finden an zwei weiteren Flugmeetings in den nächsten Wochen keine Formationsflüge privater Flugstaffeln statt. Darauf hat sich das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) mit den Veranstaltern geeinigt.

Betroffen sind das Flugplatzfest in St. Stephan BE im Obersimmental vom kommenden Samstag und die "Flügerchilbi" vom 6. September in Langenthal BE. Dies sagte BAZL-Mediensprecher Urs Holderegger am Mittwoch auf Anfrage der sda. Konkret im Programm vorgesehen waren solche Formationsflüge allerdings nur in Langenthal.

Der Flugunfall in Dittingen hatte sich während eines Formationsflugs der deutschen Staffel "Grasshoppers" zugetragen. Laut Holderegger hat das BAZL daher eine Absprache mit den Organisatoren der zwei kommenden Meetings getroffen, dass keine solchen Flüge stattfinden sollen.

Eine Rolle spiele dabei auch die Pietät, wie der BAZL-Sprecher in der Online-Ausgabe der "Basellandschaftlichen Zeitung" (bz) zitiert wird: So kurz nach dem Unglück in Dittingen wolle man nicht wieder ähnliche Programme fliegen.

Die zwei Flugveranstaltungen im Kanton Bern sind die letzten des laufenden Jahres. Weitere Massnahmen über die beiden Veranstaltungen hinaus seien derzeit keine vorgesehen. Zuerst soll der Untersuchungsbericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUST) abgewartet werden. Dann werde man das Thema weiter verfolgen.

Der nun temporär geltende Verzicht auf Formationsflüge gilt laut Holderegger zudem ausschliesslich für private Fliegerstaffeln. Militärische Flugformationen wir die Patrouille Suisse oder das PC-7-Team unterstünden hingegen nicht der Aufsicht durch das BAZL.

Pro Jahr finden in der Schweiz 20 bis 30 Flugveranstaltungen unterschiedlicher Grösse statt. In den letzten 30 Jahren habe es an solchen Flugshows rund ein Dutzend Vorfälle gegeben, aber nur sehr wenige mit Todesfolge, sagte Holderegger. Nie davon betroffen gewesen seien Zuschauer oder andere Unbeteiligte.

An den Flugtagen in Dittingen BL ist am Sonntag ein 50-jähriger Pilot ums Leben gekommen: Zwei Ultraleichtfugzeuge der "Grasshoppers" waren während eines Formationsflugs abgestürzt, eines von ihnen mitten auf einen Schopf im Dorf. Das BAZL hatte die Show der Staffel zuvor überprüft und keinen Grund zu Beanstandungen gesehen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 26. August 2015 17:00
aktualisiert: 26. August 2015 17:00