Studie zeigt

Frauen sind im Alter häufiger allein und finanziell schlechter gestellt

28. Mai 2020, 12:22 Uhr
Ältere Frauen leben häufiger alleine als Männer.
© Keystone
Rund 8 Prozent der Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz werden ohne Familienangehörige alt. Dieser Anteil könnte laut einer neuen Studie weiter steigen, vor allem bei den Frauen.

(gb.) Im Alter erhalten viele Menschen Hilfe von ihren engsten Familienangehörigen. Eine neue Studie des Migros-Kulturprozents und der Fachhochschule Nordwestschweiz geht der Frage nach, wie Menschen, die keine Kinder und keinen Partner bzw. Partnerin haben, ihren Alltag meistern.

Denn die Zahl kinderloser und alleinstehender Menschen im Rentenalter wird zunehmen, wie die Studie in zwei Szenarien aufzeigt. Heute beträgt ihr Anteil 8 Prozent, was rund 100'000 Menschen ausmacht. Der Anteil an Frauen in dieser Gruppe ist deutlich höher. 43 Prozent aller 70- bis 80-jährigen Frauen leben ohne Partner. Bei den Männern sind es in der gleichen Altersgruppe nur 20 Prozent.

Frauen sind finanziell schlechter gestellt

Laut den Autorinnen der Studie ist der Grund dafür, dass Männer nach dem Tod der Partnerin beziehungsweise des Partners eher wieder eine Beziehung eingehen als Frauen.

Frauen sind nicht nur häufiger alleine, sie sind auch finanziell oft schlechter gestellt, weil sie tiefere Renten beziehen. Sie könnten sich deshalb im Gegensatz zu alleinstehenden Männern eher keine Haushaltshilfe leisten, heisst es in der Studie weiter.

Freundinnen und Nachbarn helfen

Menschen mit Kindern können oft auf deren Liebe und Solidarität zählen und sich von ihnen unterstützen lassen. Die Studie zeigt, dass die Rolle der Unterstützung bei Menschen ohne Familienangehörige durchaus von Nachbarinnen, Freunden und entfernten Verwandten übernommen wird. Sie beruhe aber eher auf dem Prinzip der Reziprozität: Hilfst du mir, so helfe ich dir.

Da die Gruppe alleinstehender Menschen in Zukunft zunehmen wird, werden laut Cornelia Hürzeler, Projektleiterin Soziales beim Migros-Kulturprozent alternative Betreuungsformen wie Caring Communities wichtiger: «Für die künftigen Herausforderungen braucht es gute gemeinsame Lösungen, die im Zusammenspiel von Staat, Markt und Zivilgesellschaft entwickelt werden», wird sie in einer Mitteilung zur Studie zitiert.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 28. Mai 2020 12:15
aktualisiert: 28. Mai 2020 12:22