Visp

Gas-Austritt in Lonza-Werk: Mitarbeiter stirbt – Betrieb eingestellt

20. Januar 2020, 07:09 Uhr
Ein schwerer Vorfall im Werk in Visp der Lonza-Gruppe fordert ein Todesopfer.
© Symbolbild: Key
Tödlicher Zwischenfall im Werk in Visp des Schweizer Chemie- und Pharmaunternehmens Lonza: Arbeiter finden einen Kollegen bewusstlos am Boden. Der langjährige Mitarbeiter stirbt noch vor Ort.

Im Lonza-Werk in Visp ist Gas ausgetreten. Die Unglücksursache, und um welche Chemikalie oder welches Chemie-Gemisch es sich handelte, ist laut mehrere Medienberichten vom Sonntagabend offen.

Klar scheint jedoch, dass der Tod eines Mitarbeiter, der sich am frühen Sonntagmorgen auf einem Anlagenrundgang befand, in Zusammenhang mit dem Gasaustritt steht. Gegen 01.30 Uhr hätten Mitarbeitende einen Kollegen bewusstlos auf dem Boden liegend aufgefunden, informierten örtliche Firmenvertreter am Sonntagabend die lokalen Medien. «Wir stehen alle noch unter Schock», zitiert der «Walliser Bote» den lokalen Werksleiter Renzo Ciccillini. Das 57-jährige Opfer mit 28 Jahren Berufserfahrung sei zwar nicht am selben Ort aufgefunden worden wie die Chemikalie austrat. Dennoch deutet laut Ciccillini alles darauf hin, «dass der Todesfall mit dem Gasaustritt zusammenhängt».

Betroffener Werks-Teil steht vorerst still

Die Kantonspolizei wie auch die zuständige Staatsanwaltschaft untersuchten den Vorfall. Informiert hat erstere bislang öffentlich jedoch nicht. In dem vom Vorfall betroffenen Werk der Lonza Gruppe mit Hauptsitz in Basel werden sogenannte Basis-Chemikalien hergestellt die in verschiedenen weiteren Lonza-Betrieben dann zur Herstellung von Endprodukten verwendet werden. Der vom Vorfall betroffene Teil des Werks in Visp wurde laut dem örtlichen Leiter Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bis zur Klärung des Vorfalls heruntergefahren.

Werkssanität, -feuerwehr und das örtliche Umweltpikett waren laut einem Lonza-Sprecher innert Minuten vor Ort. Weiter erklärte ein Lonza-Sprecher dem Regoinaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF am Sonntagabend, für die übrigen Mitarbeitenden oder gar Anwohner des Werks habe nach aktuellem Wissensstand nie Gefahr bestanden.

Die Lonza-Gruppe beschäftigt total 14'500 Mitarbeitende. Chef des schweizerischen Chemie- und Pharmaunternehmens mit Hauptsitz in Basel ist seit bald einem Jahr Marc Funk. Zuletzt machte Lonza 2018 5,5 Milliarden Franken Umsatz. Der Ursprung der weltweit tätigen Firmengruppe geht zurück auf das Jahr 1897. Damals ist unter dem Namen in Gampel ein Elektrizitätswerk zur Verarbeitung von Calciumcarbid und Acetylen gegründet worden. 1909 erfolgte der Umzug nach Visp; dort begann die Produktion von Kunstdünger.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 20. Januar 2020 06:37
aktualisiert: 20. Januar 2020 07:09