Schweiz

Gastrosuisse-Präsident fordert vom Bundesrat weitere Lockerungen

24. Mai 2020, 12:23 Uhr
Bier mit Mundschutz serviert: Für viele Restaurants lohnt sich der Aufwand nicht, die Corona-Regeln einzuhalten.
© Keystone
Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer fordert weitere Lockerungen für das Gastgewerbe. Zwei Meter Abstand, nicht mehr als vier Personen an einem Tisch und Sperrstunde ab Mitternacht seien zu streng. 9 von 10 Betrieben gehen davon aus, dass die einen Verlust scheiben werden.

Viele Wirte litten unter diesen Vorschriften, einige hätten bereits wieder schliessen müssen, sagte Platzer, selbst Gastwirt, in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens vom Samstagabend.

Platzer schlägt dem Bundesrat vor, den Mindestabstand in Gastrobetrieben zu verringern. Als Beispiel gibt er Österreich an, wo von den Behörden nur ein Meter gefordert werde.

Der Epidemiologe Christian Althaus von der Universität Bern – auch Mitglied der vom Bundesrat einberufenen wissenschaftlichen Covid-19 Task Force – warnt allerdings in derselben Sendung vor einer allzu raschen Lockerung der Massnahmen gegen die Coronavirus-Ausbreitung. Man müsse erst einmal die weitere Entwicklung der Fallzahlen bei den Neuansteckungen abwarten, sagte er.

Umfrage zeigt schlechte Aussichten

Die Umsätze der Gastrobetriebe seit der Wiedereröffnung des Lockdowns haben sind stark zurückgegangen. Laut der Umfrage gehen 9 von 10 Betrieben davon aus, dass sie einen Verlust erwirtschaften. Wie sich Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer in der Mitteilung zitieren lässt, liegen die Umsätze durchschnittlich 60 Prozent hinter den Vorjahreswerten.

Die geltenden Auflagen seien derart einschränkend, dass rund 40 Prozent der befragten Betriebe nicht sicher seien, ob sie unter diesen Bedingungen offen bleiben könnten. Platzer zeichnet ein düsteres Bild: «Ohne weitere Lockerungen müssen viele Lokale bereits im Juni wieder schliessen, weil die Öffnung sehr unrentabel ist».

Zuwenig Gäste könnnen bedient werden.

Laut ist gemäss Umfrage insbesondere der Ruf nach geringeren Tischabständen. 35 bis 65 Prozent der Sitzplatzkapazitäten seien durch die Schutzmassnahmen verloren gegangen, so Platzer. Trotz den Mehrkosten, die das Schutzkonzept verursache, hätten die meisten Restaurationsbetriebe ihre Preise nicht angepasst.

Die Online-Befragung bei den Mitgliedern von Gastrosuisse wurde vom 19. bis 21. Mai durchgeführt. Sie betraf die Bezugsperiode vom 11. bis 18. Mai.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. Mai 2020 21:45
aktualisiert: 24. Mai 2020 12:23