Schweiz

«Gefährlicher Beruf» – alle 12 Tage stirbt ein Landwirt bei der Arbeit

15. Mai 2022, 11:06 Uhr
Tödliche Landwirtschafts-Unfälle sind in der Schweiz nicht selten. Gemäss Einschätzungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) sterben jährlich über 30 Landwirte bei ihrer Arbeit.
Bei diesem Unfall im Kanton Glarus im Sommer 2020 wurde ein 26-jähriger Mann schwer verletzt. (Archivbild)
© Kantonspolizei Glarus

Der Traktor stürzt beim Einsammeln des Heus mehrere Meter in die Tiefe, das Fahrzeug überschlägt sich dabei mehrfach. Der Fahrer im Innern stirbt – er war nicht angeschnallt. Solche landwirtschaftlichen Unfälle sind in der Schweiz nicht selten, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.

Gemäss Schätzungen der BUL, die sich auf Medien- und Polizeiberichte abstützen, gab es in den letzten fünf Jahren 151 tödliche Landwirtschafts-Unfälle. Das heisst: Mindestens alle zwölf Tage stirbt ein Bauer oder eine Bäuerin bei der Arbeit. Es dürften aber durchaus mehr sein, denn es gibt Fälle, welche nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt werden oder Unfälle bei denen die Person erst Tage später stirbt. Die häufigste Todesursache im Jahr 2021 waren Fahrzeugstürze mit Überschlag im Gelände oder nach Abkommen von der Fahrbahn sowie Unfälle bei Forstarbeiten.

«Landwirt ist ein gefährlicher Beruf. Neben den Branchen Forst und Bau ist das die gefährlichste Branche», sagt Unfallanalytiker Thomas Bachmann zur Zeitung. Grosses Problem sei vor allem das fehlende Angurten. Eine Analyse zeige nämlich: Wären die Person angegurtet gewesen, hätte sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit überlebt. Die Beratungsstelle hat die Sicherheitsgurte deshalb zum Schwerpunktthema in der Prävention gemacht.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. Mai 2022 11:06
aktualisiert: 15. Mai 2022 11:06
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