Abstimmung

Gegner der Initiative für «mehr bezahlbaren Wohnraum» machen Boden gut

15. Januar 2020, 08:18 Uhr
Die Prognosen sagen zweimal Ja, doch ausgezählt wird erst am 9. Februar.
© CH Media
Zwei Drittel der Schweizer Stimmberechtigten sind gemäss der neuesten Tamedia-Umfrage für den ausgebauten Rechtsschutz für homosexuelle Menschen. Die Mieterverbandsinitiative befürworten 60 Prozent.

Laut der neuesten Umfrage von 20 Minuten und Tamedia stossen die beiden Vorlagen vom 9. Februar nach wie vor auf Zustimmung bei der Mehrheit der Stimmberechtigten. Die Ergebnisse wurden am Mittwochmorgen veröffentlicht.

Mehrheit für Mietwohnungsinitiative, Vorsprung schrumpft aber

Der Initiative für «mehr bezahlbare Wohnungen» des Mieterverbandes stimmen aktuell 60 Prozent der Stimmberechtigten zu – drei Prozent mehr als bei der letzten Umfrage von Ende Dezember. Obwohl die Gegner um fünf Prozent aufholen konnten, liegen sie mit 37 Prozent noch immer im Rückstand. Drei Prozent machten keine Angaben zu ihren Präferenzen.

Bei der Initiative, die den Anteil genossenschaftlicher Wohnungen in der Schweiz erhöhen und auf zehn Prozent festlegen will, zeichnet sich ein grosser Graben zwischen den Bewohner auf dem Land und in der Stadt ab. Städterinnen und Städter befürworten die Vorlage zu 69 Prozent. Auf dem Land liegt die Zustimmung bei 54 Prozent.

Wähler und Wählerinnen der FDP lehnen die Vorlage zu 61 Prozent ab. Bei der SVP sind es 56 Prozent. Im linken Lager (SP und Grüne) liegt die Zustimmung bei rund 90 Prozent.

Grosse Zustimmung für Diskriminierungsschutz

Bei der Ausweitung der Anti-Rassismus-Strafnorm ist der Anteil derjenigen, die ein Ja einlegen wollen, fast konstant geblieben gegenüber der letzten Umfrage. Damals befürworteten 65 Prozent den Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung. In der neuesten Umfrage sind es 66 Prozent. Die Nein-Stimmen liegen bei 30 Prozent – eine Abnahme um zwei Prozent gegenüber der letzten Umfrage. Vier Prozent machten keine Angaben.

Auffällig an den Daten zur Anti-Rassismus-Strafnorm ist, dass Frauen mit einem Ja-Anteil von 74 Prozent der Vorlage eher zustimmen als Männer, welche die Vorlage zu 60 Prozent befürworten. Auch sinkt die Zustimmung mit zunehmendem Alter der Befragten.

Abgesehen von den Wählerinnen und Wählern der SVP heissen die Anhänger aller anderen Parteien die Vorlage mehrheitlich gut. Bei der SVP lehnen sie 54 Prozent ab, 42 stimmen ihr zu. Die Jungpartei der SVP hatte zusammen mit der EDU das Referendum ergriffen.

An der Umfrage haben 12'096 Personen teilgenommen. Der Fehlerbereich der Stichprobe liegt bei 1,5 Prozent.

(gb.)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 15. Januar 2020 07:36
aktualisiert: 15. Januar 2020 08:18