Wirtschaft

Gewerkschaft will Pöstler besser schützen – Post schliesst aber nur einzelne Partner-Schalter

17. März 2020, 21:16 Uhr
Ohne Schutz keine Bedienung: Die Gewerkschaft Syndicom fordert von der Post ihre Mitarbeitenden besser als bisher zu schützen. (Symbolbild)
© Martin Ruetschi / KEYSTONE
Die Post schliesst aus Sicherheitsgründen rund 60 Postagenturen vorübergehend. Fast die Hälfte davon im Tessin. Doch das ist den Pöstlern nicht genug. Deren Gewerkschaft fordert den Schutz aller Angestellten.

(mwa/sat) Die Schweizerische Post versichert in einer Mitteilung vom Dienstag, sie liefere weiterhin täglich Briefe, Pakete und Zeitungen in die Briefkästen. Die Grundversorgung solle aufrecht erhalten bleiben. Laut Post geht das aber «nur, wenn wir unsere Mitarbeitenden schützen und sie gesund bleiben». Entsprechend könne es deshalb zu Verzögerungen bei den Lieferungen kommen. Wegen Einschränkungen durch den Bundesrat könne es zudem sein, dass Postagenturen in Partnergeschäften geschlossen blieben. Die Post hat darum eine Liste mit den betroffenen Agenturen veröffentlicht. Die reinen Poststellen bleiben offen.

Praktisch gleichzeitig wie die Post meldete sich auch die Gewerkschaft der Pöstlerinnen und Pöstler zu Wort. Darin kritisiert Syndicom, dass die Aufrechterhaltung der Grundversorgung nicht vereinbar sei mit dem vom Bund verordneten Schutz der Mitarbeitenden.

Heftige Kritik von Gewerkschaft – mit Fingerzeig nach Italien

Postdienstleistungen seien folglich nur noch unter der Bedingung zu erbringen, wenn die Gesundheitsschutz-Vorgaben des Bundesamt für Gesundheit erfüllt sind. «In der Folge sind vorübergehend die meisten Poststellen zu schliessen, da dies derzeit nicht gewährleistet werden kann», folgert Syndicom.

Syndicom kritisiert in der Mitteilung zudem, dass der Schritt an die Öffentlichkeit die Ultima ratio sei, nachdem die Gewerkschaft vergeblich versucht habe, «im sozialpartnerschaftlichen Dialog das notwendige Verständnis zu erwirken». Die Post stelle nur «schrittweise Verbesserungen in Aussicht» und sehe sich nicht im Stande, die Arbeit in Betrieben einzustellen, auch wenn der Gesundheitsschutzes nicht gewährleistet sei. Dass Postangestellte besonders exponiert seien, zeigten tragische Todesfälle von Postmitarbeitenden in Italien.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 17. März 2020 21:16
aktualisiert: 17. März 2020 21:16