Lieferunterbruch

Gin ist bereit, passende Glasflaschen fehlen jedoch

22. Mai 2022, 08:19 Uhr
Glasflaschen werden immer rarer – unschön für alle Firmen, die ihre Getränke abfüllen wollen. Auch beim Familienunternehmen «Hopfentropfen» werden die bestellten Flaschen nicht geliefert – der Inhalt, ein neu kreierter Gin, ist aber schon bereit.
Die Lieferung von passenden Flaschen wird immer schwieriger.
© zVg

Ein neu entwickelter Gin, ein wunderbares Flaschendesign, schicke Prototypen – doch dann können die Flaschen nicht mehr geliefert werden. Genau das ist dem Familienunternehmen «Hopfentropfen» aus Unterstammheim passiert. «Wir haben ganz viel Gin, aber keine passenden Flaschen», sagt Brigitte Reutimann von «Hopfentropfen», die zusammen mit ihrem Mann das Familienunternehmen führt. Sie müssen deshalb auf Ersatzflaschen ausweichen. Das sei zwar schade, noch schlimmer wäre aber, wenn sie ihre typischen blauen Bierflaschen nicht mehr hätten.

Es bleibt nichts anderes, als zu warten

Der neu lancierte Gin des kleinen Unternehmens kann jetzt nicht wie geplant in einer schicken Flasche in den Verkauf gehen, eine andere Flasche muss herhalten. Die eigentlich geplanten Flaschen für den Gin sind jedoch bestellt. «Es ist halt jetzt wie es ist – viel machen können wir nicht. Wir warten, bis sich die Lieferanten melden und schauen dann, wann wir auf die neuen Flaschen umstellen», so Reutimann.

«Erst in einem Jahr wieder lieferbar»

Dass Glasflaschen plötzlich schweizweit so schwierig aufzutreiben sind, liegt am Ende der Coronamassnahmen sowie an den Preis-Schocks durch den Ukraine-Krieg, wie die «Luzerner Zeitung» berichtete. Einwegflaschen wurden früher innert einer Woche geliefert – jetzt kann es mehrere Wochen dauern. Ganz abzusehen von Mehrwegflaschen und Gläsern: Auf diese warte man teilweise bis zu einem halben Jahr.

«Wir haben spezielle blaue Bierflaschen. Die haben wir zum grossen Glück letzten Herbst schon bestellt und diesen Frühling erhalten. Zuerst hiess es aber vom Lieferanten, dass erst in einem Jahr wieder geliefert werden kann», sagt Reutimann. Bestehende Produkte in einer anderen Flasche verkaufen zu müssen, sei wirklich unschön.

«Für uns wäre es das Schlimmste, wenn wir keine blauen Mehrwegflaschen für unser Bier mehr hätten», so Reutimann. Glücklicherweise reicht die im Frühling erhaltene Lieferung jedoch für ein ganzes Jahr. Auch bei den anderen Produkten haben sie momentan noch genug Flaschen an Lager – die Bestellung werde aber für alle Produkte schwieriger.

Haben es grosse Firmen besser?

«Die Situation hat sich jetzt extrem schnell zugespitzt», so Reutimann. Dass grosse Unternehmen einen Vorteil haben, glaubt sie aber nicht. «Wir haben schon sehr lange den gleichen Lieferanten, der sich auch bemüht, dass wir die Produkte erhalten», so Reutimann. Bei speziellen Anfertigungen, wie beispielsweise für den Gin, sei es aber sicherlich so, dass die Glashäuser zuerst die grossen Bestellungen abwickeln. Auch Lagerplatz hat das Unternehmen genug, da auch nicht so viele Flaschen benötigt werden wie bei Grossbrauereien.

(sgr)



Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. Mai 2022 08:20
aktualisiert: 22. Mai 2022 08:20
Anzeige