Grosseinsatz beim «Blick»-Gebäude

Sandro Zulian, 5. November 2018, 16:58 Uhr
Beim Ringier-Verlagshaus in der Zürcher Innenstadt lief am Montagnachmittag ein Grosseinsatz der Polizei. Auf Fotos waren mehrere schwer bewaffnete Polizisten zu sehen. Gemäss Polizei gab es eine Drohung gegen ein Pressehaus in Zürich.

«Ich kann bestätigen, dass aktuell in der Zürcher Innenstadt ein Einsatz läuft», sagt Marc Surber, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich. Die Stadtpolizei teilte mit, dass bei einem Verlagshaus im Zürcher Kreis 8 eine anonyme Drohung eingegangen war.

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«Blutbad in der Redaktion»

Die ernstzunehmende Drohung sei bei mehreren Verlagshäusern eingegangen und richtete sich gegen ein spezifisches Verlagshaus. Fotos zeigten, dass es sich dabei um das Ringier-Verlagshaus handelte. Die Stadtpolizei Zürich reagierte umgehend und zog im betroffenen Bereich bei der Dufourstrasse ein grösseres Sicherheitsdispositiv auf. Mehrere Medien berichteten, dass die unbekannte Täterschaft in einem Schreiben mit einem «Blutbad in der Redaktion» drohte. Gemäss «Tagblatt» stand im anonymen Schreiben auch: «CharlieHebdo 2015 wird im Vergleich wie ein Lausbubenstreich aussehen».

Ringier informierte Mitarbeiter per Mail

«Blick»-Mitarbeitende wurden durch ein internes Mail, das FM1Today vorliegt, über die Drohung informiert. Im Mail wurde den Mitarbeitenden nahegelegt, ihre Pausen im Innenhof und nicht vor dem Haupteingang zu verbringen. «Bitte behandelt das Thema diskret und teilt es nicht auf Social Media», hiess es von der Geschäftsleitung.

Die Stadtpolizei Zürich informierte per Twitter:

Polizei auch im Aargau

Auch bei der Zentrale der Zeitungen der CH Media im Telliquartier in Aarau («Aargauer Zeitung») wurde eine Polizeipatrouille stationiert. Es handle sich um eine vorsorgliche Massnahme, wie Bernhard Graser, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei, auf Anfrage sagte. Auch bei der Zentrale in Aarau war eine Drohung per Mail eingegangen. Ebenso schickte die Aargauer Kantonspolizei Patrouillen zur Ringier-Druckerei in Zofingen.

Spezialeinheit «Skorpion» stand im Einsatz

Schwer bewaffnete Polizisten standen vor dem Gebäude. Im Einsatz soll auch die Spezialeinsatztruppe «Skorpion» gestanden haben. Die Polizei ist immer noch vor Ort. «Der Einsatz dauert weiterhin an», sagt Marc Surber von der Stadtpolizei Zürich. Die Disposition habe sich allerdings verändert: «Der private Sicherheitsdienst von Ringier wurde hochgefahren. Die offensichtliche Präsenz der Stadtpolizei wurde reduziert.» Ein Ende des Einsatzes sei bislang nicht in Sicht.

Weitere Informationen zur Drohung werden aus polizeitaktischen Gründen nicht gemacht.

Wann der Einsatz abgeschlossen wird, ist noch nicht abzuschätzen.

Sandro Zulian
Quelle: red./stapo zh
veröffentlicht: 5. November 2018 14:04
aktualisiert: 5. November 2018 16:58