Coronavirus

«Gründet religiöse Gemeinschaft!» - so will SVP-Hess die Massnahmen umgehen

12. Dezember 2020, 14:45 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit

Die gestern vom Bundesrat beschlossenen Regeln kommen nicht bei allen gut an. Auch Erich Hess wehrt sich dagegen, dass eine Weihnachtsfeier nur mit 10 Personen durchgeführt werden darf. Er meint, ein Schlupfloch für diese Regeln gefunden zu haben – und erntet dafür Kritik.

Immerhin: An den Feiertagen drückt der Bundesrat ein Auge zu und lockert die Corona-Massnahmen. Die Sperrstunde am 24. und 31. Dezember liegt bei ein Uhr nachts, im privaten Rahmen dürfen sich zehn statt fünf Personen treffen. Das ist für SVP-Nationalrat Erich Hess nicht genug.

«Wenn ihr mehr Leute seid, gründet eine religiöse Gemeinschaft»

Der Politiker rät der Bevölkerung, eine religiöse Gemeinschaft zu gründen. Denn: An religiösen Veranstaltungen dürfen bis zu 50 Personen zusammenkommen. «Wenn ihr mehr Leute seid als vom Bundesrat vorgeschrieben, dann gründet rasch eine religiöse Gemeinschaft», sagt er im Video und liefert die entsprechenden Dokumente gleich mit.

Der Aufruf von Hess kommt nicht überall gut an. CVP-Nationalrätin Marianne Binder findet, dass man für den SVP-Politiker «eine grössere Runde beten müsste», wie sie auf Twitter schreibt. Und GLP-Nationalrat Beat Flach vermutet, dass sich Hess mit seinem Aufruf gar strafbar macht, da sein Aufruf als Anstiftung gelten könnte.

Abklärungen bei der Polizei laufen

Auf Anfrage von 20min heisst es bei der Kantonpolizei Bern: «Wir haben das erwähnte Video zur Kenntnis genommen. Abklärungen sind am Laufen.» Doch man halte es für unangebracht, zur unzulässigen Umgehung der Covid-19-Anordnungen aufzurufen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 12. Dezember 2020 14:34
aktualisiert: 12. Dezember 2020 14:45