Coronakrise

Grünen-Präsident Balthasar Glättli präsentiert Dreipunkteplan

24. Oktober 2020, 13:26 Uhr
Balthasar Glättli will die Wirtschaft in der Krise nicht nur unterstützen, sondern gezielt transformieren.
© Keystone
Die Coronakrise soll für den Umbau der Gesellschaft genutzt werden: An der Delegiertenversammlung der Grünen forderte Präsident Balthasar Glättli eine Offensive im Care-Bereich und bei der Energiewende.

(wap) Für Grünen-Präsident Balthasar Glättli gibt es nur ein Gegenmittel gegen die schwere Wirtschaftskrise: Staatliche Investitionen. In seiner Präsidialrede zur Online-Delegiertenversammlung der Grünen präsentierte er einen Dreipunkteplan, mit dem der Bund die Menschen wieder in Arbeit bringen soll. Dieser umfasst eine Solarstromoffensive, Ausbildungsgutscheine für Arbeitnehmende, die sich weiterbilden und umschulen lassen wollen, sowie Investitionen in die Pflege und die familienergänzende Kinderbetreuung.

Für letztere soll der Bund je eine Milliarde Franken aufwenden. Sowohl in der Pflege als auch bei der Kinderbetreuung bilde die Schweiz aktuell zu wenig Personal aus, ausserdem seien die Arbeitsbedingungen schlecht, so Glättli. Hier könne man jetzt Gegensteuer geben. Gleichzeitig sollen Arbeitslose mit Weiterbildungen und Umschulungen unterstützt werden. Hier schlägt Glättli Bildungsgutscheine vor. Mit den Umschulungen werde auch die Transformation der Gesellschaft hin zu einem ökologischeren Wirtschaften gefördert. Branchen wie die Luftfahrt stünden wegen des Klimawandels ohnehin vor einem raschen Strukturwandel.

Zuletzt soll die Schweiz mehr in den Ausbau der Solarindustrie investieren. Hier fordert Glättli ein Impulsprogramm im Umfang von mindestens 1,3 Milliarden Franken pro Jahr. Bis 2035 müsse die Schweiz einen Drittel ihre Strombedarfs mit Solaranlagen decken können, so Glättli.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 24. Oktober 2020 13:17
aktualisiert: 24. Oktober 2020 13:26