Fragen und Antworten

Habe ich mich jetzt auch mit Omikron angesteckt?

26. Januar 2022, 11:32 Uhr
Nie zuvor haben sich so viele Menschen mit der Coronavirus-Variante Omikron angesteckt, wie in diesen Tagen. Aber was tun, wenn man sich krank fühlt oder mit einer infizierten Person Kontakt hatte? Hier erhältst du die wichtigsten Fragen und Antworten.
Viele Ansteckungen mit Omikron und die Frage: Hat es mich jetzt auch erwischt?
© Getty

36'658 Coronafälle, 121 Spitaleinweisungen und 12 bestätigte Todesfälle: Diese Zahlen meldete das Bundesamt für Gesundheit am Dienstag, 25. Januar. Vor einem Jahr, auf den Tag genau, waren es 4320 Coronafälle und 85 Todesfälle. Seit Ende November letzten Jahres befinden wir uns bei täglich mehreren Zehntausend Fällen und glücklicherweise weniger Todesfällen. Omikron ist überall, schreibt die Wochenzeitung «Die Zeit» und beantwortet sogleich die wichtigsten Fragen zum Thema: «Habe ich mich auch angesteckt?».

Welche Symptome deuten auf Omikron hin?

Gerade bei Erkältungssymptomen, wie einen kratzenden Hals, eine laufende Nase oder Kopfweh, sollte man sich testen lassen oder vom Hausarzt beraten lassen. Wichtig ist es auch, weitere Kontakte so gut wie möglich zu vermeiden. Zu den häufigsten Symptomen gehören laut dem Robert-Koch-Institut Husten, Fieber, Schnupfen und eine Geschmacks- oder Geruchssinnverlust. Auch Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen oder Müdigkeit können ein Indiz sein.

Bei der Omikron-Variante können dieselben Symptome auftauchen, wie bei den vorherigen Corona-Varianten. Die klassischen Covid-Symptome wie Fieber, Husten und der Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn treten jedoch seltener auf. Die Macher der Zoe-Covid-Studie aus Grossbritannien, die auf Daten aus einer App zurückgreift, über die Erkrankte ihre Symptome übermitteln – weisen darauf hin, dass eine Infektion mit Omikron von Betroffenen leicht als Erkältung missinterpretiert werden könnte. Wer sich aktuell krank fühlt, sollte erst mal davon ausgehen, dass er oder sie infiziert sein könnte.

Wie lange dauert es von der Ansteckung, bis sich erste Symptome zeigen?

Das unterscheidet sich je nach Virusvariante. Bei der Sars-CoV-2-Ursprungsvariante betrug sie knapp sechs Tage. Bei der Delta-Variante etwa vier. Noch kürzer könnte die Inkubationszeit bei Omikron sein. Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass immer mehr Menschen geimpft sind und es sich bei Infektionen mit Omikron zu einem grossen Teil um Durchbruchsinfektionen handelt.

Wie hoch ist das Risiko, dass sich geimpfte oder geboosterte mit Omikron anstecken?

Omikron verbreitet sich unter anderem so schnell, weil sich auch geimpfte Menschen damit anstecken können.  Eine Auswertung der UK Health Security Agency schreibt, dass 20 Wochen nach der zweiten Impfung kaum noch Schutz vor einer symptomatischen Infektion besteht. Geboosterte sind zehn Wochen nach der Impfung noch etwa 50 Prozent vor einer symptomatischen Infektion geschützt. Sie sind also besser geschützt, können sich trotzdem mit Omikron anstecken.

Was ist eine enge Kontaktperson?

Auch ohne Symptome, kommt es vor, dass man Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatte. Gerade bei engen Kontaktpersonen ist das Risiko noch höher. Aber was ist eine enge Kontaktperson? Wer sich zum Beispiel länger als zehn Minuten direkt im selben Raum mit einer infizierten Person aufgehalten hat oder kurz nachdem diese Person gegangen ist. Das Virus verbreitet sich hauptsächlich über die Luft. Die sogenannten Aerosole bleiben im Raum, bis man lüftet – wie der Duft von frischem Kaffee. Im Freien gilt man als enge Kontaktperson, wenn man sich länger als zehn Minuten nahe bei einer infektiösen Person aufgehalten hat. Heisst: Weniger als 1,5 Meter Abstand und ohne richtig sitzende medizinische oder FFP-2-Maske.

Wie zuverlässig sind Schnelltests? 

Wie zuverlässig ein Testergebnis ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Menschen unterscheiden sich darin, wie hoch die Viruslast in ihren Atemwegen ist. Ausserdem werden Tests unterschiedlich sorgfältig durchgeführt. Manche Tests benötigen mehr, andere weniger Virenmaterial, um anzuschlagen. Geimpfte sollen sogar häufig Symptome bemerken, bevor der Schnelltest anschlägt.

Viele Fachleute gehen davon aus, dass die meisten handelsüblichen Produkte in der Lage sind, die Omikron-Variante zu erkennen.

Wie kann ich mich testen lassen?

Der Bund übernimmt die Kosten von individuellen Einzel-PCR-Tests in folgenden Fällen: aufgrund von Symptomen, Meldung in der SwissCovid-App, Kontakt zu einem bestätigten Fall oder einer Anweisung von einer kantonalen Stelle oder Arzt oder Ärztin. Auch die Antigen-Schnelltests werden vom Bund übernommen. Eine Liste mit Apotheken und Schwerpunktpraxen im Kanton St.Gallen findest du hier.

Wie lange muss ich in Isolation?

Wer ein positives Testergebnis hat, muss sich sofort in Isolation begeben. Jeglicher Kontakt zu anderen Personen soll vermieden werden. Wer mit anderen Personen im Haushalt lebt, soll sich alleine in einem Zimmer einrichten. Die Isolation dauert fünf Tage. Je nach Gesundheitszustand kann sie länger dauern. Wenn fünf Tage vergangen sind und man 48 Stunden symptomfrei war, darf die Isolation beendet werden.  «Ausser Ihnen fehlt nur noch der Geruchs- oder Geschmackssinn oder Sie haben einen leichten Husten. Bei diesen Symptomen kann es länger dauern, bis sie vollständig abklingen. Daher können Sie die Isolation beenden, wenn Sie nur noch diese Symptome haben», heisst es auf der Internetseite des Bundesamts für Gesundheit.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. Januar 2022 11:02
aktualisiert: 26. Januar 2022 11:32
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