Holten holt sich Hilfe

Sandro Zulian, 16. Dezember 2016, 15:49 Uhr
Nancy Holten hat erreicht, dass die Aargauer Regierung sie direkt einbürgert.
Nancy Holten hat erreicht, dass die Aargauer Regierung sie direkt einbürgert.
© TVO
Kuhglocken sind ihr ein Dorn im Auge und die Ferkel des Säulirennens sind für sie «verdammt nochmal Sklaven!». Nachdem das Stimmvolk ihr auch im zweiten Anlauf die Staatsbürgerschaft verwehrt hat, soll jetzt die Aargauer Regierung ein Machtwort sprechen.

Nancy Holten wohnt im Kanton Aargau und ist dort - gelinde gesagt - nicht gerade Sympathieträgerin. Am 25. November wurde die unbequeme Tierschützerin bereits im zweiten Anlauf nicht eingebürgert. Die Stimmbürger der Gemeinde Gipf-Oberfrick machten ihrem Unmut über die radikale Tierschützerin ziemlich deutlich Luft: Ihre Einbürgerung wurde mit 59 zu 203 Stimmen abgelehnt. Der Entscheid hat für die Stimmberechtigten vorrangig emotionale Gründe. Sie «trample mit Anlauf auf den Traditionen umher», heisst es in der Aargauer Zeitung.

Regierung soll Holten einbürgern

Die Gemeinde im Kanton Aargau schickt nun eine klare Ansage an die Regierung in Aarau. «Der Gemeinderat erwartet, dass der Regierungsrat entscheidet und das Geschäft nicht mehr zur erneuten Beurteilung zurückweist, wie auch immer der Entscheid ausfällt», sagt Gemeindeschreiber Urs Treier und doppelt nach: Die Gemeinde Gipf-Oberfrick werde sich dem Fall Holten nicht ein drittes Mal annehmen, weil die Sachlage klar sei.  Ganz so klar ist diese Sachlage aber nicht. Es gibt nämlich keine rechtliche Grundlage, sich dem Fall Holten nicht noch einmal anzunehmen. Der Gemeinderat ist gesetzlich verpflichtet, ein korrektes Einbürgerungsgesuch der Gemeindeversammlung vorzulegen. Die Aargauer Regierung hat zwar Kompetenzen, Menschen direkt einzubürgern. Was aber, wenn sie das nicht macht? Dazu meint Holten: «Dann werde ich wohl in eine andere Gemeinde ziehen, und mich dort einbürgern lassen.»

«Das sind verdammt nochmal Sklaven!»

Gemäss Facebook ist die 42-jährige Holländerin «durch Ihre Tierschutzaktivitäten über die Grenzen der Schweiz bekannt geworden». So hat sie sich mehrmals gegen den Einsatz von Kuhglocken, gegen die Jagd, gegen die Tierhaltung in der Schweiz und sogar gegen das traditionelle Olma-Säulirennen ausgesprochen. Letzteres ist gemäss Holten völlig respektlos. Die Tiere seien nichts anderes als Sklaven. Im Oktober berichtete TVO bereits über die Tierschützerin und ihren Streit mit dem Säulirennen-Kommentator Christian Manser:

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Sandro Zulian
Quelle: saz
veröffentlicht: 16. Dezember 2016 15:29
aktualisiert: 16. Dezember 2016 15:49