Hotel Mama ist für Junge bequem

Fabienne Engbers, 2. Mai 2017, 10:13 Uhr
Die Mutter muss putzen, kochen und waschen, während die erwachsenen Kinder sich vergnügen. (Symbolbild)
Die Mutter muss putzen, kochen und waschen, während die erwachsenen Kinder sich vergnügen. (Symbolbild)
© istock
Junge Erwachsene wohnen immer länger bei ihren Eltern zuhause. Die Nesthocker können oftmals gratis im Hotel Mama wohnen. Das spart Zeit und Nerven - zumindest für die Jungen.

In einer repräsentativen Umfrage hat comparis herausgefunden, dass rund die Hälfte aller jungen Erwachsenen gratis zuhause bleiben können. Knapp jeder dritte Mann, der noch im Elternhaus wohnt, tut dies, um sich nicht um Hausarbeit kümmern zu müssen.

Kostengründe sind meist ausschlaggebend

45 Prozent der 20 bis 29-Jährigen, die im Hotel Mama wohnen, tun dies aus Kostengründen. Aufgrund eines Studiums oder einer Ausbildung können sich die Nesthocker eine eigene Wohnung schlicht nicht leisten. Je älter die Nesthocker werden, desto mehr rückt der Kostengrund in den Hintergrund.

«Die hohen Mietpreise und die Wohnungsknappheit gerade in Universitätsnähe tragen dazu bei, dass Studenten das günstige Elternhaus vorziehen», erläutert Nina Spielhofer, Mediensprecherin Immobilien & Wohnen von comparis. «Wie die vorliegende Studie zeigt, ist das Elternhaus die günstigste Option mit den meisten Annehmlichkeiten und kommt dem Wunsch nach einer flexiblen Lebensgestaltung mit wenigen Verpflichtungen am besten entgegen.»

Sechs Prozent der Nesthocker haben in der Umfrage von comparis ausserdem angegeben, dass sie bei den Eltern wohnen, um nicht auf einen gewissen Luxus wie teure Kleider, Ferien oder Ausgang verzichten zu müssen.

Bequemlichkeit vor allem bei Männern

Fast ein Viertel der befragten Nesthocker wohnt noch zuhause, weil sie keine Haushaltsarbeiten erledigen wollen. Bei Männern ist der Anteil jener, die Haushaltsarbeit scheuen, fast doppelt so gross wie bei den Frauen.

Ausserdem warten Männer eher auf eine Partnerin, mit der sie zusammenziehen können, als Frauen dies tun.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 2. Mai 2017 07:20
aktualisiert: 2. Mai 2017 10:13