Coronavirus

«Hysterie» – Den Ostschweizer Apotheken gehen die Schutzmasken aus

Angela Müller, 27. Januar 2020, 17:16 Uhr
Zurzeit kann man kaum noch Hygienemasken in den Apotheken kaufen. (Symbolbild)
© Keystone
Das Coronavirus ist inzwischen in Europa angekommen und die Angst ist gross. Gesichtsmasken in den Apotheken im FM1-Land sind völlig ausverkauft, die Lager der Grosshändler leer.

«Es ist eine Hysterie ausgebrochen», sagt Patrick Fehlmann, Mediensprecher von Galexis, einem Schweizer Grosshändler im Gesundheitsmarkt, der unter anderen auch die Amavita-Apotheken beliefert. «Bei Gesichtsmasken werden zurzeit richtiggehend Hamsterkäufe getätigt.»

Masken auf Vorrat

Seit über den Ausbruch des Coronavirus und die mittlerweile 80 Toten in China berichtet wurde, ist klar, dass das Virus sich früher oder später auch in der Schweiz verbreiten wird, erste Verdachtsfälle wurden bereits in Zürich gemeldet. Die Konsequenz: Wie bei der Schweinegrippe vor einigen Jahren, kaufen die Leute in den Apotheken und Drogerien Gesichtsmasken auf Vorrat ein.

Eine kurze, nicht repräsentative Umfrage bei vier grösseren Apotheken in der Region St.Gallen zeigt, Coop-, Amavita-, Rotpunkt- und Careland-Apotheken haben keine Gesichtsmasken im Verkaufsangebot mehr. Alle müssen auf den nächsten Monat vertrösten. Auch in Chur sind die Atemschutzmasken weitgehend vergriffen, wie «Südostschweiz» berichtet.

«Zwanzigfaches der normalen Jahresbestellmenge offen»

«Normalerweise verfügt der Grossist Galexis über einen Lagerbestand für einen Monat. Nun sind aufgrund des sprunghaften Nachfrageanstiegs alle verfügbaren Masken ausgeliefert. Zurzeit ist das Zwanzigfache der normalen Jahresbestellmenge offen», sagt Fehlmann.

Er rechnet, dass ab Februar wieder Masken ausgeliefert werden können. «Anfänglich haben vor allem Touristen aus Asien die Gesichtsmasken gekauft, jetzt sind es Einheimische, die einen Notvorrat anlegen wollen», sagt Fehlmann.

Während China radikale Massnahmen gegen das Coronavirus eingeführt hat, wird in der Schweiz die Situation aufmerksam verfolgt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schreibt. Das BAG passt diese Woche die Meldeverordnung an, Arztpraxen und Laboratorien müssen Verdachtsfälle innerhalb von zwei Stunden bei Bund und Kantonen melden.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. Januar 2020 14:40
aktualisiert: 27. Januar 2020 17:16