«Im Ernstfall sind wir tot»

Raphael Rohner, 1. Februar 2017, 19:52 Uhr
Gehörlose stellen sich tot um darauf aufmerksam zu machen, dass sie vom Alarm nichts mitbekommen.
Gehörlose stellen sich tot um darauf aufmerksam zu machen, dass sie vom Alarm nichts mitbekommen.
© sda
Der heutige Sirenentest war im ganzen Land lautstark zu hören. Im ganzen Land? Nicht ganz. Die Gehörlosen in der Schweiz wären im Ernstfall einer Katastrophe ausgeliefert. Der Bund soll nun handeln und Push-Nachrichten wieder einführen.

«Wenn eine Katastrophe eintreten würde, wären wir wohl alle tot», sagt Christan Gremaud in Gebärdesprache. Er ist Kampagnenleiter einer schweizweiten Aktion der Gehörlosen während dem Sirenentest. Gehörlose würden nicht über eine nahende Katastrophe informiert und das sei unfair.

Die Gehörlosen machten darauf ausfmerksam, dass sie im Ernstfall die Katastrophen-Warnung über die Sirenen und das Radio nicht hören. Mit Protestaktionen in Bern, Basel, Lausanne und Lugano fordert der Schweizerische Gehörlosenbund, dass auch Menschen mit einer Hörbehinderung bei Katastrophen benachrichtigt werden sollen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz prüft derzeit eine neue Warn-App.

(sda)

 

Raphael Rohner
veröffentlicht: 1. Februar 2017 18:56
aktualisiert: 1. Februar 2017 19:52