Elektro-Autos ab 2035

«Jetzt gilt es, in der Schweiz die Ladestationen zu fördern»

Maurus Held, 28. Oktober 2022, 14:40 Uhr
Autos mit Benzin- und Dieselantrieb sollen in der EU ab dem Jahr 2035 nicht mehr zugelassen werden. Das wird sich auch auf die Schweiz auswirken. Die grossen Produktionsfirmen werden für den kleinen Schweizer Markt kaum Spezialproduktionen machen.
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Autos mit Benzin- und Dieselantrieb sollen in der Europäischen Union ab 2035 verschwinden – darauf haben sich die EU-Mitgliedstaaten und das EU-Parlament geeinigt. Die Schweiz als Nicht-EU-Mitglied wird diesen gewichtigen Entscheid auch zu spüren bekommen. Der Markt hierzulande ist zu klein, als dass es sich für die Autohersteller lohnen würde, die Produktion von Diesel- und Benzin-Autos beizubehalten.

«Müssen auf Teufel komm raus Strom produzieren»

Die Grünen begrüssen das Vorgehen der EU, obwohl die Schweiz nicht direkt davon betroffen ist. Und dennoch gibt es auch Kritik. Man habe eine wichtige Entwicklung verschlafen, moniert etwa die Züricher Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter: «Mit rund 10 Prozent Anteil der Elektro-Autos stehen wir im Vergleich zu anderen anderen Ländern schlecht da.» Es würden klare Rahmenbedingungen fehlen, welche den Trend in der Schweiz hin zu Elektro-Autos fördern.

Deswegen werden auf die Schweiz jetzt grosse Herausforderungen zukommen, ist sich Christian Wasserfallen sicher. Der Berner FDP-Nationalrat sagt gegenüber der Today-Zentralredaktion: «Das EU-Verbot tritt bereits in 13 Jahren in Kraft. Und wir wissen ja, dass hierzulande die politischen Prozesse eher langsam ablaufen, vor allem bei infrastrukturellen Fragen. Da müssen wir jetzt auf Teufel komm raus mehr Strom produzieren.»

Motoren mit nachhaltigem Treibstoff sollen erlaubt bleiben

Zudem fordert Wasserfallen massive Investitionen in die Infrastruktur, wie etwa in Ladestationen für die Elektroautos. Dem pflichtet auch Schlatter bei: Ladestationen für Elektroautos müssten weiter gefördert werden. Insgesamt sieht der FDP-Politiker den EU-Entscheid aber kritisch: Er findet, dass Verbrennungsmotoren nicht generell verboten werden sollten. Motoren, die mit nachhaltigem Treibstoff betrieben werden, sollten erlaubt bleiben.

Die Stossrichtung der EU ist klar. Wie sie sich letztlich aber genau entscheidet, bleibt vorerst offen: Noch müssen die EU-Mitgliedsstaaten das Verbot formell absegnen.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 28. Oktober 2022 14:58
aktualisiert: 28. Oktober 2022 14:58