Jetzt kommt das «Hudelwetter»

Sandro Zulian, 2. März 2017, 18:16 Uhr
Ist der Winter wirklich schon vorbei? Was die Temperaturen anbelangt, waren die letzten Tage vielversprechend. Meteorologe Moritz Gubler will den Tag jedoch nicht vor dem Abend loben.

Draussen weht zwar ein leichter Wind, doch an der Sonne, die heute wieder vielerorts vom Himmel brannte, lässt es sich ganz gut leben. Viele sehnen den nahenden Frühling herbei. Hat des Winters letzten Stündlein geschlagen? Wir sind beileibe keine Meteorologen, deshalb haben wir Einen gefragt, der es wissen muss. Seine Antwort: Jain.

«Wie eine Achterbahnfahrt»

«Anfangs März darf man den Winter noch nicht ganz abschreiben», sagt Moritz Gubler, Meteorologe bei Meteonews. Die Wetterlage sei aktuell sehr dynamisch: «Fast so wie bei einer Achterbahnfahrt, es geht hinauf und hinab.» Zwischendrin «hudle» es ordentlich, es schneie bis in tiefe Lagen, schliesslich regne oder hagle es gar und am Schluss dominieren wieder zweistellige Temperaturen.

Da momentan so ziemlich alles möglich ist, lässt Gubler Vorsicht walten: «Gerade nächste Woche können sich gut und gerne einige Schneeflocken nach St.Gallen verirren.»

Gefestigtere Informationen kann Gubler über die tiefen Lagen geben. Dass es bis hinunter an den Bodensee oder gar bis ins Rheintal schneit, sei eher unwahrscheinlich. «Der Boden ist momentan ziemlich warm. Ich glaube nicht, dass es nochmals einen «Chlapf» Schnee geben könnte.» Und doch: Wirklich abschreiben dürfen wir den Winter erst im April oder Mai.

Wilfried: Der Warme und Stürmische

Wilfried heisst ein Sturmtief, das uns am Freitag erreichen wird. Wilfried wird vor allem in den höheren Lagen zünftig rütteln, sagt Gubler: «Das Sturmtief wird in den Bergen die höchsten Sturmspitzen erreichen.» Für die Bevölkerung in den tieferen Lagen sorgt Wilfried für viel Föhn, sagt Gubler: «Von Freitagabend bis Samstagabend werden wir es mit einem veritablen Föhnsturm zu tun haben.»

Dieser wird mehrheitlich in den klassischen Föhngebieten wie dem Rheintal zu spüren sein. Zeitweise werden die Böen bis zu 130 Kilometer pro Stunde erreichen.

Auch in St.Gallen wird es luftiger und vorherrschend warm werden, sagt Gubler: «Wir rechnen mit warmen Frühlingstemperaturen um 15 bis 16 Grad. Im Rheintal wird gar die 20-Grad Marke angekratzt. Es sei aber kein richtig übler Sturm, sagt Gubler: «Ich nenne das Hudelwetter.»

Sandro Zulian
Quelle: saz
veröffentlicht: 2. März 2017 17:58
aktualisiert: 2. März 2017 18:16