Designerdrogen

Kampf gegen behandeltes «Gras»: Bund verbietet synthetische Cannabinoide

15. Dezember 2020, 11:40 Uhr
Mit Cannabinoiden behandeltes «Gras» wurde dieses Jahr in der Schweiz verstärkt zum Problem. Nun greift der Bund durch. (Symbolbild)
© Keystone
Die Schweiz hat das Verzeichnis der verbotenen Betäubungsmittel erweitert. Darunter fallen neu auch synthetische Cannabinoide und Tryptamine, wie sie etwa in Ayahuascaritualen verwendet werden.

(wap) Der Bund reagiere mit der Erweiterung der Liste auf die Verbreitung von Designerdrogen, schreibt das Eidgenössische Departement Innern (EDI) in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Betroffen seien zwölf Substanzen und zwei Substanzgruppen. Zu diesen gehören auch alle Arten von synthetischen Cannabinoiden, wobei wissenschaftliche und industrielle Verwendung erlaubt bleiben.

Synthetische Cannabinioide sind Chemikalien, die ähnlich wie der Hanf-Wirkstoff THC wirken, aber im Labor hergestellt werden. Diese werden vermehrt auf legale Hanfprodukte gesprüht, um sie teuer als Droge verkaufen zu können.

Auch der Ritualtrank Ayahuasca ist neu verboten

Neben synthetischen Cannabinoiden ist neu auch die gesamte Substanzgruppe der Tryptamine in der Schweiz verboten. Diese umfasst alle Stoffe, die in ihrer Struktur natürlich vorkommenden Halluzinogenen ähneln wie sie etwa in Magic Mushrooms oder dem südamerikanischen Ritualtrank Ayahuasca verwendet werden.

Zusätzlich sind ab Dienstag zwölf weitere Einzelsubstanzen verboten, bei denen es sich nach Einschätzung des Innendepartements um potenziell gesundheitsschädliche Designerdrogen handelt. Die Aktualisierung der Betäubungsmittelverzeichnisverordnung sei international abgestimmt worden, so das EDI weiter. Damit soll verhindert werden, dass die Schweiz zu einem Umschlagplatz für den Handel mit Designerdrogen werde.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 15. Dezember 2020 11:38
aktualisiert: 15. Dezember 2020 11:40