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7 Fragen zur Medienkonferenz

Keine Massnahmen und gebührenpflichtige Tests: Das musst du jetzt wissen

12. August 2021, 08:41 Uhr
Der Bundesrat will nach seinen Sommerferien die Corona-Massnahmen weder verschärfen noch lockern. Künftige Massnahmen-Änderungen sind an die Auslastung der Spitäler gebunden. Ab Herbst sollen zudem die Selbst- und Schnelltests gebührenpflichtig werden. Das musst du jetzt wissen.
Testen vor dem Ausgang: Vor einem Testcenter in St.Gallen bildet sich eine lange Schlange.

Was hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen?

Der Bundesrat hat weder Verschärfungen noch Lockerungen der Massnahmen beschlossen. Weil alle Impfwilligen in der Schweiz geimpft sind, geht die Schweiz nun in die Normalisierungsphase über. In dieser Phase nimmt man Ansteckungen in Kauf, weitere Verschärfungen der Massnahmen werden nur beschlossen, wenn sich eine Auslastung der Spitäler abzeichnen würde.

Zudem hat der Bundesrat eine Änderung bei der Teststrategie in die Vernehmlassung in die Kantone gegeben. Die fünf Selbsttest, die in Apotheken bezogen werden können, sowie die Antigenen-Schnelltests sollen ab Oktober kostenpflichtig werden.

Für wen werden die Tests gebührenpflichtig?

Die Selbst- und die Schnelltests werden zukünftig für alle gebührenpflichtig, die sich ohne Symptome testen lassen wollen. So müssen ab Oktober beispielsweise Ferien- oder Partygänger für die Kosten eines Antigen-Schnelltests (54 Franken) selbst aufkommen. Ausgenommen von gebührenpflichtigen Tests sind Personen, die sich nicht impfen lassen können, sowie Kinder unter 12 Jahren. Auch bei Personen, die sich mit Symptomen testen lassen, und Personen, die an repetitiven Tests teilnehmen, werden die Kosten nach wie vor übernommen.

Die kostenpflichtigen Tests sind noch nicht definitiv beschlossen. Der Bundesrat hat die Idee zur Vernehmlassung in die Kantone geschickt. Wenn diese damit einverstanden sind, wird die Änderung ab Oktober in Kraft treten.

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Quelle: CH Media Video Unit

Wie viel Kosten werden durch die Gebührenpflicht eingespart?

Eine Schätzung des Bundesrats sieht vor, dass die Selbsttests aus der Apotheke von September bis nächstes Jahr den Bund rund 200 Millionen Franken gekostet hätten. Die Antigen-Schnelltests hätten Kosten von rund 400 Millionen Franken verursacht. «Diese Schätzungen sind aber sehr grob», so Berset an der Medienkonferenz.

Erhalten Personen mit Symptomen nach negativem Test ein Covid-Zertifikat?

Diese Frage scheint noch nicht deutlich geklärt zu sein. Patrick Mathys vom BAG glaubt, dass auch Personen, die sich wegen Symptomen testen liessen, zukünftig ein Covid-Zertifikat erhalten. Gemäss Alain Berset stehe dieser Punkt jedoch noch zur Diskussion.

Was bedeutet der Übergang in die Normalisierungsphase für die Schweiz?

Die Stabilisierungsphase konnte beendet werden, weil gemäss Berset alle Impfwilligen nun geimpft sind. Mit dem Beginn der Normalisierungsphase nehme man Ansteckungen nun in Kauf, so der Bundesrat. Dass einzige Kriterium, das für weitere Massnahmen ausschlaggebend bleibt, ist die Auslastung der Spitäler. Der Bundesrat setzt nun auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung und ruft zur Impfung auf.

Wann werden die Massnahmen komplett aufgehoben?

Obwohl alle Impfwilligen geimpft sind, werden die Massnahmen vorerst nicht aufgehoben. Die Fallzahlen hatten sich während der Sommerferien vier Mal verdoppelt. Das solle in Zukunft nicht so weitergehen, so Berset. Deshalb behalte man die Massnahmen vorerst noch. «Wir haben nur noch sehr wenige Massnahmen.» Derzeit besteht eine Maskenpflicht in den Innenräumen und dem öffentlichen Verkehr sowie eine Zertifikatspflicht bei Grossanlässen und Clubs. Anfangs September will der Bundesrat die Situation neu bewerten und allenfalls neue Massnahmen treffen oder gar lockern.

Wird die Zertifikatspflicht auch auf Restaurants ausgeweitet?

Gemäss Alain Berset sei eine solche Pflicht derzeit kein Thema. Es könnte aber ein Thema werden, wenn wegen der Auslastung der Spitäler Handlungsbedarf besteht. «Wir müssen dann schauen, inwiefern diese Massnahme die Überlastung der Spitäler verhindern kann.» Schliessen möchte man die Gastronomie aber nicht mehr. Das sei Geschichte.

Die Medienkonferenz des Bundesrats kannst du hier nachlesen.

(gbo)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 11. August 2021 17:25
aktualisiert: 12. August 2021 08:41