Kinderunfälle sinken - Elternangst wächst

12. August 2019, 10:42 Uhr
Sprung in eine neue Ära: Voller Freude hüpft diese Erstklässlerin dem ersten Schultag entgegen. (Archivbild)
© KEYSTONE/WALTER BIERI
In 13 Deutschschweizer Kantonen hat am Montag das Schuljahr begonnen. Die Eltern sorgen sich vermehrt um die Sicherheit auf dem Schulweg, obwohl die Verkehrsunfälle von Kindern seit Jahren rückläufig sind.

2017 verunfallten in der Schweiz 185 Kinder im Verkehr schwer, 59 von ihnen auf dem Schulweg. Diese Unfälle nehmen indessen seit längerem um 4 Prozent im Jahr ab. Dennoch sind Eltern der Meinung, dass das Unfallrisiko von Jahr zu Jahr wächst.

Gleich häufig nennen Eltern auch einen langen Schulwegs als Grund, weshalb sie ihre Kinder zur Schule begleiten oder sie im Auto hinfahren. Das fand der Touring-Club Schweiz (TCS) in einer am Montag veröffentlichten Umfrage heraus.

Die Ängste der Eltern detailliert betrachtet, spielt in erster Linie die Geschwindigkeit der Fahrzeuge eine Rolle und deren Dichte. Dabei stellt der TCS fest, dass zwei Drittel aller Schulwege entlang von Innerorts-Strassen mit Tempo 50 führen.

Dennoch bringen immer mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, besonders in der Westschweiz. Das ist aber kontraproduktiv, wie etwa die Beratungsstelle für Unfallverhütung oder der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) im Vorfeld des Schulbeginns warnten.

Immer in die Schule gefahren, lernen die Kinder kein verkehrsgerechtes Verhalten. Statt selbstständig den Schulweg zu bestreiten, bleiben sie im Kokon des Autos unwissend über das richtige Verhalten im Verkehr.

Verkehrsorganisationen und Unfallberatung raten vom Elterntaxi ab. Stattdessen sollte vor dem Beginn des Schuljahrs der Schulweg mit den ABC-Schützen abgeschritten werden. Dabei sollen die Eltern ihre Kinder auf die Gefahren aufmerksam machen und das richtige Überqueren etwa von Fussgängerstreifen einüben.

Am Montag begann in 13 Deutschschweizer Kantonen der Schulunterricht der Volksschule wieder - teilweise. In den meisten von ihnen dauerten die Sommerferien vier bis sechs Wochen. Für Gymnasien und Sekundarschulen gibt es zum Teil andere Ferienregelungen.

Einrücken mussten die Schülerinnen und Schüler im deutschsprachigen Teil des Kantons Bern, in den beiden Appenzell, im Aargau, den beiden Basel, Glarus, Graubünden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn und im Thurgau. Im Kanton Obwalden begann nur im Klosterdorf Engelberg das Schuljahr.

Im Rest des Kantons dürfen die Zöglinge noch eine Woche dem Müssiggang frönen. Das gilt auch für die Schülerinnen und Schüler an französischsprachigen Bildungsstätten des Kantons Bern.

In den Westschweizer Kantonen dauern die Sommerferien in den meisten Fällen noch eine Woche. In den Kantonen Genf und Freiburg ist der Schulbeginn am 26. August, wobei die Ferien an den städtischen Schulen in Freiburg erst am 28. August enden. Im Tessin geht die Schule erst am 2. September wieder los.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 12. August 2019 10:34
aktualisiert: 12. August 2019 10:42