Lage in Bern beruhigt sich

Leila Akbarzada, 12. September 2015, 17:39 Uhr
Demonstranten in Bern geraten aneinander. (Bild: Matthias Bärlocher)
Demonstranten in Bern geraten aneinander. (Bild: Matthias Bärlocher)
Rund vier Stunden nach Beginn der gewalttätigen Zusammenstösse zwischen vermutlich PKK-Sympathisanten und türkischen Regierungsanhängern scheint sich die Situation in der Berner Innenstadt zu beruhigen. Die Polizei war kurz vor 17 Uhr daran, erste Sperren zu entfernen.
Die Kirchenfeldbrücke war für Fussgänger wieder offen. Das Gebiet im Bereich Casinoplatz und Helvetiaplatz war für den Verkehr allerdings immer noch nicht passierbar. Die Kantonspolizei stellte für den früheren Abend Informationen in Aussicht.
Am Helvetiaplatz kam es am Samstagnachmittag zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit Verletzten. Die Polizei schritt mit Tränengas und Gummischrot ein.

Laut der Berner Zeitung "Bund" kam es offenbar kurz vor 15 Uhr im Rahmen einer unbewilligten Demonstration zu Schlägereien. Dem Vernehmen nach soll es sich um eine Auseinandersetzung zwischen Vertretern der kurdischen Arbeiterpartei PKK und türkischen Nationalisten gehandelt haben.

Zwei verschiedene Demonstrationen

Um 14 Uhr war auf dem Casinoplatz eine Protestaktion von Exil-Iranern anberaumt gewesen. Sie richtete sich gegen die Hinrichtungen von politischen Gefangenen im Iran. Zeitgleich fand auf der anderen Seite der Brücke, auf dem Helvetiaplatz, eine unbewilligte Demonstration von Kurden statt. Dabei gerieten offenbar türkische und kurdische Aktivisten aneinander.

(Quelle: Twitter‏@yazarnesrin21) Dies sagt zumindest Madad Oshayedi, Sprecher der Allianz der demokratisch-iranischen Kräfte Schweiz. Auf telefonische Anfrage hin sagt er, die Exil-Iraner hätten ihre Demonstration nach einer halben Stunde abgebrochen, als die Gewalt auf der anderen Seite der Brücke eskalierte.

Grossaufgebot der Polizei

Die Polizei bestätigt auf Anfrage, dass es zu einer Auseinandersetzung gekommen sei. Im Moment seien Abklärungen im Gange, welche Gruppen beteiligt waren. Laut noch unbestätigten Angaben soll ein Automobilist dort bewusst in eine Gruppe von Kurden gefahren sein und diese verletzt haben. Sicher ist, dass in der Berner Innenstadt mehrere Ambulanzen auffuhren und Verletzte abtransportieren. Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot präsent.


Leila Akbarzada
Quelle: SDA/lak
veröffentlicht: 12. September 2015 15:23
aktualisiert: 12. September 2015 17:39