Warnstufe 3 von 5

Lawinengefahr in der Schweiz steigt

5. Dezember 2022, 09:17 Uhr
Innerhalb von 24 Stunden sind am Wochenende auf der Alpensüdseite bis zu 50 Zentimeter Neuschnee gefallen. Die Gefahrenstufe für Lawinen wurde deshalb vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung auf erheblich hochgestuft.
Die Lawinengefahr in der Schweiz wird derzeit als erheblich eingestuft.
© Getty Images
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Vor allem im Süden der Schweiz verzeichneten die Wetterdienste am Wochenende viel Neuschnee. Meteoschweiz etwa mass stellenweise bis zu einem halben Meter. Fotos von Sonntagnachmittag zeigten etwa ein vollkommen verschneites Cozzera im Tessin (1300 m ü. M.).

Doch auch andernorts hat es oberhalb von 900 bis 1300 Metern reichlich geschneit. Wie SRF Meteo meldete, wurden am Sonntagmorgen in Bosco/Gurin im Tessin 27 Zentimeter Neuschnee gemessen.

Auch die Südportale von Gotthard und San Bernardino seien teilweise schneebedeckt und die Strassenverhältnisse entsprechend kritisch. Zahlreiche Pässe sind derzeit gesperrt, darunter der Simplonpass und der Lukmanier.

Schneedeckenaufbau als Hauptproblem

Wegen des Schneefalls in der Nacht auf Sonntag erhöhte das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) die Lawinengefahrenstufe für die Niederschlagsgebiete auf «erheblich» (Warnstufe drei von fünf). Wie Thomas Stucki, Leiter des Lawinenwarndienstes, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, lag dies nicht nur an der Menge an Neuschnee, sondern auch an der Beschaffenheit des Schneedeckenaufbaus.

So präsentiert sich die Schneehöhe zu Beginn der neuen Woche.

© SLF

Der Altschnee habe eine kantige Struktur, er fühle sich in der Hand wie Sand oder Zucker an und lasse sich zum Beispiel nicht zu Schneeball formen. «Wenn Neuschnee auf Schnee dieser Beschaffenheit fällt, kann es gefährlich werden.» Dasselbe gelte auch dann, wenn Schnee, der vom Wind verfrachtet werde, auf diesen lockeren Altschnee abgelagert wird.

Tödliches Lawinenunglück im Bündnerland

Die Warnstufe «erheblich» bleibt laut Stucki voraussichtlich bis Dienstag bestehen. Bis dann seien auch spontane Lawinengänge zu erwarten. Im Verlaufe des Dienstags werde die Lawinengefahr voraussichtlich langsam abnehmen.

Am Samstag ist es zu einem tödlichen Lawinenniedergang gekommen. Drei Personen sind am Piz Radönt von einer Lawine erfasst worden. Ein 24-Jähriger zog sich dabei tödliche Verletzungen zu.

Quelle: SDA/PilatusToday
veröffentlicht: 5. Dezember 2022 06:14
aktualisiert: 5. Dezember 2022 09:17