Swissness

«Made in Switzerland»: Studie fürchtet viele Missbrauchsfälle im Ausland

18. Dezember 2020, 12:20 Uhr
Der Missbrauch der Marke «Schweiz» hat laut einer Studie im Inland abgenommen. Anders sieht es im Ausland aus. (Symbolbild)
© Keystone
Die Marke «Schweiz» sei angemessen geschützt, kommen Studien im Auftrag des Bundesrates zum Schluss. Handlungsbedarf besteht jedoch bei der Durchsetzung im Ausland sowie bei Lebensmitteln.

(dpo) Das Schweizerkreuz und die Bezeichnung «Swiss Made» generieren jährlich rund 1,4 Milliarden Franken, oder 0,2 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Damit habe die seit 2017 geltenden Gesetze zum Schutz der Marke «Schweiz» eine moderat positive Wirkung auf die hiesige Wirtschaft. Zu diesem Schluss kommt eine vom Bundesrat in Auftrag gegebene Studie.

Die Analyse stellt fest, dass die gesetzlichen Regeln ihr Ziel insgesamt erreichen und keine grundlegenden Änderungen vonnöten sind, wie das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Trotzdem gebe es Verbesserungspunkte.

Während die Unternehmen von sinkenden Missbräuchen der Marke «Swiss Made» im Inland berichten, ist die Durchsetzung des Schutzes im Ausland schwieriger. Das liege unter anderem daran, dass Schweizer Recht und die damit verbundenen Massnahmen zur Missbrauchsbekämpfung im Ausland generell nicht anwendbar seien.

Verbände sollen Kräfte bündeln

Daher gehen die Studienautoren von einer hohen Dunkelziffer an Missbrauchsfällen im Ausland aus. Dem IGE und den betroffenen Verbände empfehlen sie, ihre Kräfte zu bündeln und eine Durchsetzungsstrategie zu erarbeiten. Zudem soll das IGE weiterhin mittels bilateraler Abkommen den Schutz der Herkunftsangaben verbessern.

Weiteres Verbesserungspotenzial macht die Studie beim Lebensmittelbereich aus. Die Autoren schlagen etwa vor, dass das Markenschutzgesetz für Nahrungsmittel an die Regelung für Industrieprodukte angeglichen wird. So soll künftig die inländische Wertschöpfung anstelle des inländischen Rohstoffanteils verwendet werden.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 18. Dezember 2020 12:05
aktualisiert: 18. Dezember 2020 12:20