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Coronavirus - Schweiz

Massnahmen-Kritiker verschaffen in Bern ihrem Unmut Luft

28. November 2021, 16:56 Uhr
Der grosse Aufmarsch der Corona-Massnahmen-Gegner ist am Sonntag in Bern ausgeblieben. Nach dem klaren Ja zum Covid-19-Gesetz versammelten sich am Nachmittag bloss einige Dutzend Personen auf dem Bundesplatz.
Polizisten und Logistikpersonal montieren den Schutzzaun auf dem Bundesplatz auf.
© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Im Schneegestöber schwenkten sie Schweizerfahnen und skandierten «Liberté!» (Freiheit). Die Kantonspolizei Bern hielt sich zurück.

Man beobachte die Lage, sagte Polizeisprecher Christoph Gnägi auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Ein Mann sei angehalten und auf einen Polizeiposten gebracht worden. Weitere Abklärungen seien im Gang.

Etwa 50 Menschen marschierten am späten Nachmittag durch die Innenstadt. Die Polizei begleitete den Umzug. In der Nähe eines Weihnachtsmarkts wurden Feuerwerkskörper gezündet, wie die Polizei im Kurznachrichtendienst Twitter meldete. Ihr Einsatz war am frühen Abend noch im Gang.

Am Rand des Umzugs kam es vereinzelt zu gehässigen Konfrontationen zwischen Demonstrierenden und Dritten. Die meisten Passanten schauten dem Treiben aber gelassen zu.

Bundeshaus abgeriegelt

Gegner der Corona-Massnahmen hatten im Internet zu einer Kundgebung in Bern am Abstimmungssonntag aufgerufen. Die grösseren Protest-Organisationen hatten den Aufruf allerdings nicht verbreitet.

Trotzdem waren die Behörden laut Bundeskanzlei von einem «sehr grossen Mobilisierungspotenzial» ausgegangen. Bereits am Sonntagvormittag war deshalb der Gitterzaun am Bundesplatz montiert worden.

Laut dem Politologen Claude Longchamp wurde das Bundeshaus erstmals überhaupt wegen einer eidgenössischen Abstimmung abgeriegelt. Das sei ein «bedenklicher Tiefpunkt», schrieb Longchamp im Kurznachrichtendienst Twitter - «auf den Tag 173 Jahre nachdem Bern Bundesstaat wurde».

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. November 2021 16:55
aktualisiert: 28. November 2021 16:56