Fails in der Galerie

Mehrere Millionen Seitenaufrufe: So funktionieren Webcam-Plattformen

04.02.2024, 10:50 Uhr
· Online seit 02.02.2024, 06:46 Uhr
In der Schweiz gibt es Tausende Webcams mit Liveübertragungen. Hast du dich schon mal gefragt, weshalb es eigentlich so viele gibt? Antworten gibt es im Artikel und amüsante Webcam-Fails in der Galerie.
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Schnell schauen, wie die Störche in den eigenen Nestern die Zeit verbringen, wie es in der Stadt Bern möglich ist, oder das Wetter in der Region des Zürichsees prüfen, das ist dank unzähligen Webcams möglich – kostenlos für die Betrachter. Was vergessen geht: der Aufwand beispielsweise bei der Installierung und dahinter die gesamte Infrastruktur.

«Die Anschaffungskosten der einzelnen Kameras beträgt mehrere hundert bis 20'000 Franken – der Unterhalt hält sich allerdings in Grenzen. Heutzutage kostet eine Internetanbindung fast nichts mehr, früher war das ganz anders», sagt Jörg Eugster, Mitgründer der Webcam-Plattform Swisswebcams. Seine Plattform bietet Zugriff auf Livestreams von tausenden Schweizer Webcams. Auf dem Markt gibt es auch verschiedenste Kameramodelle. Von einfachen Kameras bis hin zu teureren, 360-Grad-Kameras kann alles erworben und verwendet werden.

Jährlich Millionen Seitenzugriffe

Solche Webcam-Plattformen verdienen Geld mit dem Anzeigen von Werbung – ein gängiges Geschäftsmodell im Internet. Die Plattform Swisswebcams verzeichnet laut Eugster jährlich einige Millionen Seitenzugriffe. Früher hatte Eugster zusätzlich eine weltweite Webcam-Plattform gehabt. «Diese konnten wir aber mittlerweile an eine tschechische Firma verkaufen», sagt Eugster.

Bei so hohen Seitenaufrufen lässt es sich nur vermuten, wie viel Geld die Plattform schlussendlich verdient. Jörg Eugster, Mitgründer Swisswebcams meint dazu: «Wir möchten lieber keine Nachahmer.» Was allerdings laut dem Mitgründer immer vergessen geht, sei der Initialaufwand – die Zeit, als die Betreiber kein Geld an der Plattform verdienten. «Wir haben zu Beginn viele Jahre nichts daran verdient, aber mit der Zeit kam die Monetarisierung auch zu uns», so Eugster. Wenn man es auf einen Stundenlohn ausrechnen würde, gäbe es jetzt sicherlich einen guten Stundenlohn – Millionäre aber sei man nicht geworden, so Eugster.

Kein Geld für die Kamerabetreiber

Swisswebcam bietet gemäss dem Mitgründer eine Auswahl an etwa 3600 Webcams auf der Website an. Da es sich, wie bei den meisten Plattformen üblich, lediglich um einen «Hoster» handelt, gehört der Plattform keine Kamera. Die eigentlichen Kamerabetreiber sind andere Firmen oder auch Privatpersonen, welche die Daten zur Verfügung stellen.

Die jeweiligen Kamerabetreiber müssen für die Anschaffung der eigentlichen Kamera und Betriebskosten selber aufkommen – und das ohne finanzielle Gegenleistung der Hoster, welcher schlussendlich die Klicks und damit auch die Aufrufe erhalten: Weshalb stellen trotzdem so viele Kameras auf? «Das kann für viele einen positiven Effekt auf Bereiche im Marketing haben. Beispielsweise Skigebiete: Zu Beginn hatten Skiregionen vielleicht eine einzige Webcam. Mittlerweile haben einzelne Skigebiete alleine um die dreissig Kameras», so Eugster. So könne man Entscheidungsfindungen bei möglichen Skifahrerinnen und Skifahrern unterstützen, erklärt der Mitgründer einer Webcam-Plattform. Ein Werbewert, welcher so gegenseitig generiert werde.

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Freie Benutzung für alle

«Rechtlich gesehen kann man kein Copyright an Webcam-Bildern haben», sagt Eugster. Bei den von Kameras automatisiert aufgenommen Fotos fehlt es an «künstlerischem Wert». Dies ist ein Punkt, welcher scheinbar gerne vergessen geht: «In der Anfangsphase wollte uns mal jemand verklagen, weil wir seine Kamera auf unsere Seite eingebettet haben. Unser Anwalt klärte schliesslich diese Person darüber auf.» Mittlerweile werden, laut Eugster, sämtliche Kameras proaktiv von den jeweiligen Betreiberinnen und Betreibern der Kameras bei der Plattform angemeldet.

Laut dem Mitgründer der Webcam-Plattform speichere man keine Bilder ab. «Die Polizei fragte uns mehrere Male an, ob wir für eine Aufklärung eines Falles Bilder aus einem gewissen Zeitraum von einer Webcam hätten, um einen Fall auflösen zu können. Jedes Mal mussten wir aber leider mitteilen, dass wir keine Bilder speichern. Die Datenmenge wäre immens, bei so vielen Kameras», sagt Eugster.

veröffentlicht: 2. Februar 2024 06:46
aktualisiert: 4. Februar 2024 10:50
Quelle: Today-Zentralredaktion

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