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Forschung

Menschen können wahrscheinlich 130 Jahre alt oder gar älter werden

29. September 2021, 09:54 Uhr
Menschen können ein Alter von 130 Jahren oder gar noch mehr erreichen – auch wenn die Chancen dafür extrem gering sind. Das geht aus einer in der Fachzeitschrift «Royal Society Open Science» veröffentlichten Studie mit Lausanner Beteiligung hervor.
Die Französin Jeanne Calment starb 1997 mit 122 Jahren. Sie hält gemäss Statistik den Altersrekord. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP/GEORGES GOBET

Zu diesem Schluss kamen die Forschenden anhand einer Datenanalyse von rund 1100 Hochbetagten aus 13 Ländern. Gemeint sind damit Menschen ab 105 Jahren.

Die Höchstgrenze für die menschliche Lebensspanne wird in der Forschung seit langem kontrovers diskutiert. Die jüngste Analyse legt nahe, dass das Sterberisiko eines Menschen ab einem gewissen Alter nicht mehr ansteige, sondern konstant bei einer Wahrscheinlichkeit von etwa 50:50 liege.

Für jemanden, der bereits 110 Jahre alt sei, sei die Chance, ein weiteres Jahr zu leben, «als ob man eine Münze wirft», sagte der Mitautor und Statistik-Professor Anthony Davison von der ETH Lausanne (EPFL). «Wenn die Münze Kopf zeigt, leben Sie bis zu Ihrem nächsten Geburtstag, wenn nicht, sterben Sie irgendwann innerhalb des nächsten Jahres.»

130 Jahre möglich in diesem Jahrhundert

Kürzlich war in einigen Studien die Ansicht vertreten worden, Menschen könnten theoretisch auch 150 Jahre alt werden. Davison wies darauf hin, dass die neue Studie auf einer breiteren statistischen Basis fusse als bisherige Erkenntnisse.

Das Kunststück, allein ein Alter von 110 Jahren zu erreichen, gelingt den Allerwenigsten. Möglicherweise werde es im Laufe dieses Jahrhunderts Menschen geben, die 130 Jahre alt werden, sagte Davison. Das hänge auch von medizinischen und sozialen Fortschritten ab.

Bislang führt die Französin Jeanne Calment die Statistik der Lebensdauer an. Sie starb 1997 mit 122 Jahren. Calment könnte von der Japanerin Kane Tanaka abgelöst werden, die derzeit 118 Jahre alt ist.

https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rsos.202097

Quelle: sda
veröffentlicht: 29. September 2021 09:50
aktualisiert: 29. September 2021 09:54