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Alkoholverkauf

Migros und Denner könnten zusammenarbeiten: Es droht eine Markt-Übermacht

14. November 2021, 07:06 Uhr
Die Delegierten der Detailhändlerin Migros haben vor einer Woche den Weg frei gemacht, das aus Gründerzeiten stammende Alkoholverkaufsverbot zu kippen. Mit Denner hat die Migros bereits das nötige Know-How für den Verkauf von Bier und Wein im Haus. Lieferanten warnen vor einem zu starken Konkurrenten.
Migros und Denner könnten beim Alkoholverkauf zusammenspannen.
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Die Migros verdient grundsätzlich schon heute Geld mit Alkohol. Dies dank der Discount-Tochter Denner. Wer im Onlineshop der Migros Wein oder Bier kaufen möchte, wird auf einen sogenannten Shop-in-Shop mit Denner-Logo weitergeleitet. Nicht nur deswegen ist es naheliegend, dass die Migros bei einem allfälligen Alkoholverkauf mit Denner zusammenarbeitet.

Allerdings könnte dies zu einer starken Konkurrenz für andere Händler werden, schreibt die «NZZ am Sonntag». Ein Szenario, das insbesondere Lieferanten fürchten. Es bestehe die Gefahr, dass Migros und Denner im Bereich Alkoholika zu viel Marktmacht bekämen, wenn sie zusammen aufträten, sagt demnach Anastasia Li zur Zeitung. Sie ist Geschäftsführerin des Verbands Promarca, welcher die Interessen der Hersteller von Markenprodukten vertritt. Laut Anastasia Li werde es insbesondere dann schwierig, wenn beide Vertriebskanäle dieselben Produkte verkauften.

Letzes Wort noch nicht gesprochen

Migros wie auch Denner räumen ein, dass eine Kooperation am sinnvollsten sei, wenn es in den Migros-Filialen dereinst Alkohol zu kaufen gibt. So könne man auch unter sich also intern, einen Konkurrenzkampf vermeiden. Eine Idee, die herumgeistert, seien unter anderem so wie im Online-Bereich speziell abgetrennte Shop-in-Shops von Denner für Alkohol in Migros-Filialen. Öffentlich wollen sich weder Migros noch Denner gross dazu äussern, weil die definitiven Entscheide noch nicht gefallen sind.

Ob die Migros-Filialen bald Wein, Bier und vielleicht sogar Spirituosen verkaufen, wird sich nämlich bis nächsten Sommer weisen. Der Ball liegt nun bei den regionalen Migros-Genossenschaften, welche die Schweiz unte sich aufteilen. Sie können selbst entscheiden, ob sie in ihren Regionen Alkohol anbieten wollen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. November 2021 07:00
aktualisiert: 14. November 2021 07:06