Mobilfunkfrequenzen für 5G sind vergeben

Angela Mueller, 8. Februar 2019, 09:27 Uhr
5G - das bedeutet sehr schnelles Netz. Die Zukunft dazu ist in der Schweiz nun geebnet.
5G - das bedeutet sehr schnelles Netz. Die Zukunft dazu ist in der Schweiz nun geebnet.
© (KEYSTONE/Walter Bieri/Archiv
Die Mobilfunkfrequenzen für 5G in der Schweiz sind vergeben. Alle drei bisherigen Betreiberinnen Salt, Sunrise und Swisscom konnten im Rahmen einer Auktion eine breite Palette an neuen Frequenzen erwerben.

Die Gelder für die Frequenzen fliessen in die Bundeskasse, wie die Eidgenösssische Kommunikationskommission (ComCom) und das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) am Freitag mitteilten. Das Bieterrennen um die Frequenzen hatte bei 220 Millionen Franken für alle Frequenzen begonnen.

Die Swisscom bezahlt 195,6 Millionen Franken für die von ihr ergatterten Frequenzen. Sunrise wendet 89,2 Millionen Franken auf und Salt 94,5 Millionen. Auch die Dense Air hatte mitgeboten, erwarb jedoch letztlich keine Frequenzen.

Swisscom erhält den grössten Happen

Bei den begehrten Frequenzen von 700 Megahertz und 3,5 bis 3,8 Gigahertz konnte sich die Swisscom die grössten Frequenzbänder sichern: Bei 700 Megahertz erhält sie 30 Megahertz, während Salt und Sunrise 20 beziehungsweise 10 Megahertz ersteigerten. Bei 3,5 Gigahertz ergatterte die Swisscom 120 Megahertz, Sunrise erhielt 100, Salt 80 Megahertz.

Die 700 MHz-Frequenzen sind so begehrt, weil sie eine grosse Reichweite haben. Mit relativ wenigen Antennen lässt sich eine grosse Fläche abdecken. Die 3,5 bis 3,8 GHz-Frequenzen bieten dagegen viel höhere Geschwindigkeiten. Zudem können wesentlich mehr Handys eine Antenne gleichzeitig nutzen.

15 Jahre dürfen die Frequenzen genutzt werden

Swisscom, Sunrise und Salt können die Frequenzen nun für 15 Jahre nutzen. Im Vorfeld hatte es bereits ein Gerangel um die Frequenzverteilung gegeben. Die Telekomanbieter kritisierten die Bietbeschränkungen, die die Comcom festgelegt hatte.

Kein Betreiber solle leer ausgehen, erklärte die Comcom bei der Vorstellung der Auktionsregeln im Sommer. Bei den 700 MHz-Frequenzen durfte ein Anbieter maximal die Hälfte ersteigern, bei den 3,5 bis 3,8 GHz-Frequenzen waren es höchstens 40 Prozent.

Sunrise und Salt störten sich vor allem an der zu grosszügigen Maximalgrenze von Frequenzblöcken. Die Swisscom könnte damit auch Frequenzblöcke ersteigern und diese ungenutzt lassen, nur damit sie der Konkurrenz nicht zur Verfügung stünden.

Genau das Gegenteil bemängelte die Swisscom: Die Bietbeschränkungen seien viel zu eng gesteckt. Die Swisscom habe heute mit Abstand am wenigsten Frequenzen pro Kunde. Dieser Zustand werde nun zementiert: Die Swisscom-Konkurrenten hätten nach der Versteigerung mindestens die Hälfte mehr Frequenzen pro Kunde zur Verfügung als die Marktführerin.

Salt zeigte sich nun in einer Mitteilung sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Auktion. Die Swisscom erachtet den Kauf als eine «Investition in die Zukunft des  Mobilfunkgeschäfts». Bis Ende 2019 soll 5G bereits in 60 Städten und Gemeinden punktuell verfügbar sei, teilt die Swisscom am Freitagmorgen mit.

 

Angela Mueller
Quelle: SDA
veröffentlicht: 8. Februar 2019 07:01
aktualisiert: 8. Februar 2019 09:27